Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Bei einem Brand im Depot des Darmstädter Busunternehmens HEAG sind in der Nacht zu Dienstag 17 Busse ausgebrannt und weitere durch die Rauch- oder Hitzeentwicklung beschädigt worden.
+
Bei einem Brand im Depot des Darmstädter Busunternehmens HEAG sind in der Nacht zu Dienstag 17 Busse ausgebrannt und weitere durch die Rauch- oder Hitzeentwicklung beschädigt worden.

Feuer im Depot

15 Busse und zehn Autos ausgebrannt

Bei einem gigantischen Feuer im Depot des Darmstädter Busunternehmens Heag Mobilo wird Technik im Wert von sieben Millionen Euro zerstört.

Darmstadt. Ein Großbrand im Heag-Betriebshof Böllenfalltor hat in der Nacht zum Diemstag vierzehn Omnibusse zerstört und einen weiteren schwer beschädigt. Außerdem verbrannten ein Unimog und einige Autos. Der Schaden an den Fahrzeugen beträgt nach ersten Schätzungen rund fünf Millionen Euro, den Gebäudeschaden beziffert Heag-mobilo auf zwei Millionen Euro. Verletzte gab es nicht.

Die Wagen standen in einer seitlich offenen, Ende der 90er Jahre gebauten Halle auf dem westlichen Teil des Betriebsgeländes. Dort entdeckte eine Putzfrau gegen 1.45 Uhr Flammen am Motor eines Busses. Sie versuchte zu löschen, jedoch vergebens.

Bei der Berufsfeuerwehr schlugen die automatischen Brandmelder um 1.48 Uhr Alarm. "Als unsere Leute dort ankamen, standen bereits drei Busse in Flammen", sagte Branddirektor Johann Braxenthaler gestern. "Das geht rasend schnell, da wird richtig ordentlich Energie frei, da wird ein Bus nach dem anderen durchgezündet."

Anwohner im Steinbergviertel wurden "wie von Donnerschlägen geweckt", so eine Nachbarin. Sie vernahmen die Explosionen des "Durchzündens", das Bersten der Scheiben, das Platzen der Reifen. "Wenige Minuten später kam die Feuerwehr schon mit Blaulicht und Sirenen von allen Seiten angerast. Richtung Wald war der Himmel orange."

Verkohlter Geruch in der Luft

Welche verheerende Kraft das Feuer entfesselte, war noch am nächsten Tag zu sehen: Geruch verkohlter Materialien lag über dem ganzen Böllenfalltor, die Halle glich einer schwarzen Höhle, in der die Reste der verbrannten Busse als unwirklich wirkende Gerippe standen. Von der Innenausstattung war nichts übrig geblieben.

Laut Braxenthaler ist auch die Halle schwer beschädigt. "Da war zwei Stunden ganz, ganz große Hitze drin, dadurch ist die gesamte Konstruktion angegriffen." Fachleute prüften in den nächsten Tagen die Statik, so Heag-mobilo; "schon jetzt lässt sich aber erkennen, dass umfassende Sanierungsarbeiten notwendig sein werden".

Karl-Heinz Holub, Geschäftsführer von Heag-mobilo, zeigte sich erleichtert, "dass niemand zu Schaden gekommen ist". Von "Glück im Unglück" sprach seine Kollegin Silke Rautenberg. So hätten alle Brandschutzeinrichtungen funktioniert, sich sofort die Tore zu den benachbarten Hallen geschlossen.

Von den zerstörten Bussen gehören sechs der Heag, die anderen waren Fahrzeuge privater Omnibusunternehmer, die am Böllenfalltor einen Stellplatz gemietet haben, zum Teil auch im Auftrag der Heag Liniendienst leisten. "Da ist im Handumdrehen eine Existenz bedroht", sagte Branddirektor Braxenthaler gestern. "Mich hat ein Unternehmer angesprochen, der sagte, ,ich hatte zwei Busse, die sind jetzt weg." Gutachter und Versicherungsleute nahmen den Brandort und die zerstörten Fahrzeuge schon am Vormittag in Augenschein.

Der Feuerwehreinsatz dauerte bis gegen 6.30 Uhr. Rund hundert Mann der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Wehren Innenstadt, Arheilgen und Eberstadt sowie der Merck-Feuerwehr waren mit löschen beschäftigt. Die Klappacher Straße war bis 6 Uhr in beiden Richtungen gesperrt. Anwohner sowie das Marienhospital wurden von der Polizei aufgefordert, die Fenster zu schließen. Messungen ergaben allerdings keine Giftstoffe in der Luft.

Linienbetrieb kaum betroffen

Auch gestern Nachmittag hatten noch Feuerwehrleute am Böllenfalltor zu tun. Rund um die verkohlte Halle trockneten Schaumreste - wie tauende Schneewehen. Drinnen wurden letzte Glutnester beseitigt. "Wir hoffen, dass im Lauf der Woche die Halle geräumt werden kann", sagte Silke Rautenberg.

Von den sechs verbrannten Heag-Bussen waren vier älteren Datums, die nur noch für Ersatzverkehr vorgehalten wurden. "Deshalb waren die Auswirkungen auf den Linienbetrieb gering", erklärte Rautenberg. "Lediglich der jeweils erste Kurs am Morgen auf den Linien O, AH und 5515 ist ausgefallen." (ers)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare