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Bürger vor verschlossener Tür

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Das Stadthaus in der Grafenstraße ist seit Heiligabend geschlossen und erst wieder am 5. Januar erreichbar.
Das Stadthaus in der Grafenstraße ist seit Heiligabend geschlossen und erst wieder am 5. Januar erreichbar. © Guido Schiek

Die städtischen Dienststellen haben bis einschließlich 2. Januar geschlossen, sind also erst wieder am 5. Januar erreichbar. Die Servicepause sorgt für Ärger und Empörung bei vielen Darmstädtern.

Die städtischen Dienststellen haben in diesem Jahr seit Heiligabend bis einschließlich 2. Januar geschlossen, sind also erst wieder am 5. Januar erreichbar.

Zwischen Weihnachten und Neujahr haben viele Menschen frei und wollen die Zeit zwischen den Jahren für Behördengänge nutzen. Deshalb war gestern Morgen die Empörung bei all jenen groß, die am Stadthaus Grafenstraße vor verschlossener Tür standen und auf einem Schild lesen mussten, dass die Behörde am 24., 29., 30, und 31. Dezember sowie am 2. Januar geschlossen bleibt. Dies ist zwar auf der Internetseite der Stadt vermerkt, doch diese Information erreicht nicht jeden.

Ioannis Nikopulos hat es gleich doppelt getroffen. Wie der Grieche erzählt, hat er vor etwa zwei Wochen bei einem Anruf die Auskunft bekommen, dass er auch zwischen den Jahren persönlich vorbei kommen könne, um bei der Führerscheinstelle eine Angelegenheit zu klären.

Zwei Stürze an einem Morgen

Um 10.30 Uhr geht der 50-Jährige die kleine Rampe zum Eingang Stadthaus Grafenstraße hoch, rutscht auf dem nicht geräumten Weg aus und schlägt mit dem Kopf auf einer Kante auf. Zufällig vorbeikommende Mitarbeiter der Kommunalpolizei nehmen seine Daten auf und raten ihm, sich wegen der Schwellung am Kopf untersuchen zu lassen. Die Angelegenheit auf der Führerscheinstelle bleibt unerledigt. „Jetzt muss ich extra im neuen Jahr Urlaub nehmen“, klagt Nikopolus, bevor er sich auf den Weg zum Arzt macht.

Es ist nicht der einzige Sturz an diesem Morgen. Auch der ehemalige Liegenschaftsdezernet Lutz Wessely ist auf der Rampe ausgerutscht und auf die Hüfte gefallen, wie er berichtet. „Keiner da, um Terminsachen anzunehmen“, kritisiert er, „das hätte es zu meiner Zeit nicht gegeben.“ Außerdem habe es einen Bereitschaftsdienst gegeben.

Alle paar Minuten stehen neue Besucher vor dem verschlossenen Stadthaus. Kai Marnet ist mit seiner Tochter gekommen, deren Reisepass bald abläuft. „Ich hab‘ frei, die Tochter Ferien. Sie muss ja mitkommen. Da dachten wir, das erledigen wir heute“, erzählt er. „Der Oberbürgermeister hat doch mehr Bürgernähe versprochen. Bürgernähe sieht anders aus“, schimpft er.

Eine Frau sagt: „Ich bin gerade aus der Kirche ausgetreten.“ Deswegen wisse sie: „Selbst das Amtsgericht hat heute offfen.“ Ein Mann möchte nach eigenem Bekunden sein Gewerbe abmelden: „Das sollte bis Ende Dezember geschehen und klappt jetzt nicht.“ Auch Dieter Schmitt, der in Frankfurt arbeitet und seinen Resturlaub genommen hat, um unter anderem ein polizeiliches Führungszeugnis zu beantragen, ist wütend: „Das ist eine Riesensauerei.“ (ryp)

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