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Bürger sorgen sich um Kosten

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Der Magistrat der Stadt Darmstadt informiert Bürger über die Pläne zum Rathaus-Neubau auf dem Marienplatz. Die Darmstädter fragen sich, ob die Höhe der Baukosten mit 110 Millionen Euro realistisch ist.

Knapp 100 Bürger haben am Mittwochabend die Gelegenheit genutzt, sich im Justus-Liebig-Haus über den vom Magistrat favorisierten Rathaus-Neubau auf dem Marienplatz zu informieren.

„Dass die Wahl auf den Marienplatz fiel, ist ja nicht weiter überraschend“, lautete ein Kommentar – gefolgt von der Frage, ob der Magistrat bereit sei, weitere Vorschläge anzunehmen. Man sei dafür offen, antwortete Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), aber: „Ich habe meine Zweifel, ob es noch einen anderen infrage kommenden Standort gibt.“ Schließlich seien 16 mögliche Grundstücke unter die Lupe genommen worden.

Neben der zentralen Lage, dem guten Nahverkehrs-Anschluss und der geeigneten Größe war die Wahl auch deshalb auf den Marienplatz gefallen, weil sich die Fläche in städtischem Eigentum befindet und nicht bebaut ist. „Das reduziert die Kosten“, sagte Architekt Herbert Elfers.

Zentrale Lage als Vorteil

Auf die von Stadtkämmerer André Schellenberg (CDU) mit 110 Millionen Euro bezifferten Baukosten konzentrierte sich das Gros der Fragen: Ist die Kostenschätzung realistisch? Wie kann sichergestellt werden, dass Summe eingehalten wird?

Entsprechende Kontrollschritte seien organisierbar, erklärte Dieter Jäger von einer für die Stadt tätigen Unternehmensberatung. Schellenberg versicherte, alle Berechnungen fußten auf vorsichtigen Schätzungen. Selbst im ungünstigsten Fall sei der Neubau langfristig die bessere Option. Befürchtungen, er ginge auf Kosten anderer städtischer Vorhaben, beispielsweise bei der Kinderbetreuung, trat Schellenberg entgegen: „Da gibt es keine Konkurrenz.“ Es sei realistisch, dass bereits nach 17 Jahren die Kosten für einen Neubau unterhalb der ansonsten anfallenden Miet- und Betriebsausgaben lägen. Auf 50 Jahre gerechnet, ergäbe sich eine Ersparnis von insgesamt 90 Millionen Euro.

Zudem verspricht sich der Magistrat Synergieeffekte durch die Zusammenführung der auf zehn Standorte verteilten Stadtverwaltung. Bürgerservice und Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter könnten verbessert werden.

An der Notwendigkeit des Bauprojekts wurde in der gut einstündigen Fragerunde denn auch gar nicht erst gerüttelt. Im Gegenteil: Der Magistrat erntete Lob für seine „überzeugende Informationsarbeit“. (wka.)

Die Kosten-Nutzen-Analyse zum Rathaus-Neubau ist im Internet auf der Seite www.darmstadt.de einsehbar.

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