+
Bernd Scharbert vom Buddhistischen Zentrum Darmstadt bei der Meditation.

Buddhisten in Darmstadt

Buddhisten in Darmstadt öffnen die Tür

  • schließen

Das Buddhistische Zentrum in Darmstadt lädt für Sonntag, 28. Oktober, zu einem Tag der offenen Tür. Besucher können sich dort über Mediation und die Suche nach Erkenntnis informieren.

Jede Woche kommen neue Leute zu den offenen Meditationsangeboten ins Buddhistische Zentrum in Darmstadt und hoffen, dort Ruhe zu finden. Viele seien gestresst, stünden kurz vor dem Burnout, sagt Bernd Scharbert, Sprecher des Zentrums. „Sie verbinden Buddhismus mit geistiger Ruhe und Entspannung, aber das sind die Grundlagen, nicht das Ziel.“ Was das Ziel ist – die Erleuchtung oder die Erkenntnis der eigenen Buddha-Natur – und wie man durch Achtsamkeit dorthin gelangen kann, können Interessierte am kommenden Sonntag 28. Oktober, erfahren. Dann laden die 153 bundesweiten Buddhistischen Zentren der Karma Kagyü Linie in Deutschland zum Tag der offenen Tür. Es ist eine der vier großen buddhistischen Schulen Tibets, die den Diamant-Weg, die höchste Sichtweise im Buddhismus, lehrt.

Das Darmstädter Zentrum, gegründet 1986, sei eines der ersten in Deutschland gewesen, so Scharbert. Anfangs habe man sich in einem Wohnzimmer zum Meditieren getroffen. Nach mehreren Umzügen befindet sich heute der Gompa (Übungsraum) in der Schulstraße. Der Däne Ole Nydahl und seine Frau Hannah hatten die Lehre Anfang der 70er Jahre als erste westliche Schüler von Gyalwa Karmapa, dem Oberhaupt der Linie, aus Nepal mitgebracht.

Im Darmstädter Zentrum wird angeleitet meditiert. Es wird mit Mantren, Klängen und Vorstellungen gearbeitet. Ziel ist es laut Scharbert, einen Raum zu schaffen, um die Dinge so zu erleben, wie sie sind. Das Problem vieler Menschen sei, dass sie auf ihre Umwelt reagierten, ohne sich bewusst zu sein, dass ihre Sicht subjektiv sei. Jemand tue etwas, das sie nicht wollten, sie würden zornig. „Auf den Input folgt sofort der Output, die Verarbeitung entfällt“, erklärt Scharbert. In seinem restlichen Leben ist er IT-Berater. Die meisten Menschen versuchten, Glück zu erreichen und Leid zu vermeiden. „Doch das funktioniert nicht.“ Für ihn bedeutet Buddhismus mehr als Meditation. Er beantworte die Frage, woher unsere Gedanken kommen. Im täglichen Leben versucht Scharbert, Dinge zu erleben, ohne sie zu bewerten. Man müsse das immer wieder üben und Geduld mit sich haben. Scharbert ist seit 1996 dabei. Inspiriert habe ihn ein Buch des Dalai Lama, dabei gehöre der einer anderen Schule an.

Organisiert sind die Zentren in Regionalvereinen, die im Buddhistischen Dachverband Diamantweg zusammengeschlossen sind. Jedes Zentrum hat einen Vorstand für die finanziellen Aufgaben. Alle anderen Tätigkeiten übernehmen die Mitglieder ehrenamtlich. In Darmstadt sind das 75. Etwa die Hälfte komme regelmäßig, so Scharbert. Zwar gelten die spirituellen Lehrer, der Lama und der Karmapa als Vorbilder und Inspiration: „Es ist aber kein Personenkult“, betont Scharbert.

Die nächsten Zentren der Karma Kagyü Linie sind in Frankfurt, Mainz und Aschaffenburg.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare