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Buchen und Eichen müssen Lichtwiesenbahn weichen

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Von: Jens Joachim

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Der Bau der Lichtwiesenbahn stößt in Darmstadt auf Protest. Hier eine Demo im Juli 2017. (Archivbild)
Der Bau der Lichtwiesenbahn stößt in Darmstadt auf Protest. Hier eine Demo im Juli 2017. (Archivbild) © Monika Müller

Für eine Haltestelle der umstrittenen Lichtwiesenbahn müssen in Darmstadt 35 Bäume fallen. Der Bau der Trambahn zum Universitätscampus soll 2019 beginnen.

Für eine neuen Haltestelle an der geplanten Lichtwiesenbahn müssen 35 Bäume gefällt werden. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, welches das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt im Zuge der Genehmigung des umstrittenen Projekts auf seiner Internetseite veröffentlicht hat. Weil im Bereich der geplanten Haltestelle „Kletterhalle“ vorgesehen sei, die Trasse durch die bestehende Gehölzfläche zu führen, werde der dort vorhandene Baumbestand durch das Bauvorhaben „gravierend beeinträchtigt“, heißt es in dem vom Baumpfleger Eiko Leitsch erstellten Sachverständigengutachten.

Es handelt sich um bis zu 18 Meter hohe und vitale Bäume – vom Ahorn über Hainbuchen und Amerikanische Eichen bis hin zu Platanen –, die durch das Bauprojekt „sowohl im Kronenraum als auch im Wurzelraum beeinflusst werden“. Weil die Bäume entweder unmittelbar in der geplanten Trasse oder sehr nahe an dieser stünden, bliebe „aus fachlicher Sicht nur die Fällung“, so der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige.

Schon in einem Vorgutachten hatte der Baumpfleger, in Nauheim im Kreis Groß-Gerau ansässig, mögliche Beeinträchtigungen der im vorderen Bereich stehenden zwanzig Platanen durch die zu erwartenden Grabungsarbeiten geprüft. Dort konnte Leitsch allerdings keine die Standsicherheit beeinträchtigenden Wurzeln feststellen. Deshalb geht er davon aus, „dass die Trasse ohne Beeinträchtigung des Wurzelwerkes der Bäume gebaut werden kann“. Allerdings müssten die vorhandenen Kronen der Platanen sowie perspektivisch auch die der in einer Reihe stehenden Linden regelmäßig gestutzt werden, um einen dauerhaften Betrieb der Straßenbahn zu gewährleisten.

Der von der Nahverkehrsgesellschaft Heag mobilo eingereichten Planung für den Bau der Trambahn hat das RP am vergangenen Montag zugestimmt. Mit dem Planfeststellungsbeschluss steht nach einer Mitteilung der Stadt und Heag mobilo fest, dass die Neubaustrecke zum Campus der TU Darmstadt gebaut werden darf. Im Planfeststellungsverfahren hätten direkt betroffene Bürger nochmals Gelegenheit, Anregungen in die Planung einzubringen.

Im nächsten Schritt wird das Verkehrsunternehmen nun beim Land Hessen finanzielle Unterstützung im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungs- und des Finanzausgleichsgesetzes beantragen. Etwa 60 Prozent der Kosten in Höhe von 14 Millionen Euro sollen auf diesem Weg finanziert werden. Stimmt das Land dem Antrag zu, kann bereits 2019 mit dem Bau der Lichtwiesenbahn begonnen werden.

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