1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Briefträger auf drei Rädern

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Jetzt auch in Darmstadt im Einsatz: Elektro-Dreiräder der Post.
Jetzt auch in Darmstadt im Einsatz: Elektro-Dreiräder der Post. © Alex Kraus

Die Post setzt in Darmstadt komfortablere und stabilere Elektro-Mobile ein. Für die Briefträger bedeutet das neue Gefährt eine riesige Arbeitserleichterung.

Adrian Klein ist rundum begeistert: „Es ist super, ich liebe dieses Fahrrad“, schwärmt der Briefträger und stellt das gelbe Gefährt im Schwarzen Weg ab. Einen Fahrradständer muss er dafür nicht aus- und einklappen. Denn die neuen, seit Anfang des Jahres von der Post auch im Darmstädter Stadtgebiet eingesetzten Dreiräder, sogenannte E-Trikes, sind wegen der drei Räder stabiler als die herkömmlichen. „Auch das erleichtert die Arbeit sehr“, sagt Klein, der seit 14 Jahren bei der Post in Darmstadt beschäftigt ist.

Begonnen hat der 35-Jährige so, wie es sich als Zusteller gehört – mit einem normalen Fahrrad. Dann stieg er vor etwa vier Jahren auf ein Elektrorad um, bevor er seit Ende 2013 in den Genuss des „E-Trikes“ kam. Für Adrian Klein, der täglich etwa 20 Kilometer zwischen Hilpertstraße, Schwarzem Weg, Studentenwohnheim Karlshof, Alfred-Messel-Weg beziehungsweise seinem alternativen Bezirk rund um die Landgraf-Georg-Straße zurücklegt, bedeutet das neue Gefährt eine riesige Arbeitserleichterung.

Von der Hilpertstraße fährt er über die Rheinstraße durch die Innenstadt und die Dieburger Straße in seinen Bezirk. „Da geht es stetig leicht bergauf“, sagt Klein. Wenn man 60 Kilogramm (bei einem normalen E-Bike) beziehungsweise 80 Kilogramm Post (bei einem E-Trike) zu transportieren habe, sei dies eine mühsame Angelegenheit.

90 E-Trikes der Post in Hessen

Insgesamt sind zehn Briefträger in Darmstadt seit Dezember mit einem Elektro-Dreirad unterwegs. 13 Kollegen haben ein Elektro-Zweirad, die anderen fahren normale Räder. „Wer womit unterwegs ist, hängt von der Struktur des Bezirks ab“, sagt Stefan Heß, Pressesprecher der Post. Wer Steigungen zu bewältigen hat, komme in den Genuss eines E-Trikes, auch könnten Zusteller mit gesundheitlichen Problemen eines beantragen.

Insgesamt gibt es in Hessen derzeit 90 Elektro-Dreiräder, 1500 setzt die Deutsche Post bundesweit ein. Die stabil gebauten Flitzer bieten vorne und hinten jeweils Platz für zwei abschließbare Behälter aus Kunststoff, die die Post vor Regen und Schnee schützen. Direkt hinter dem Sattel gibt es ein weiteres Kästchen. Darin hat Adrian Klein Regenhose, Kappe, Luftpumpe und Werkzeug verstaut. Und sein Frühstück? „Das esse ich noch in der Hilpertstraße“, sagt der Postbote, dessen Dienst um 5.30 Uhr früh beginnt.

Gegen acht Uhr geht es los mit seiner Tour, die zwischen vier und fünf Stunden dauert. In dieser Zeit teilt er etwa 1500 Sendungen aus. Ist er zurück, muss er die eine oder andere Sendung nachbearbeiten: „Es sind immer ein paar Faule dabei“ – Sendungen also, die nicht zugestellt werden konnten.

Seitdem Klein mit dem Elektro-Dreirad unterwegs ist, hat er keine Rückenschmerzen mehr. „Man sitzt schon sehr komfortabel.“ Auch sei sein Gefährt deutlich stabiler und vor allem im Winter sicherer als die zweirädrigen Pendants mit den ausklappbaren Ständern: „Das macht man ja pro Tag rund tausend Mal.“

Die fünfgängigen Fahrzeuge werden auf ebener Strecke bis zu 24 Stundenkilometer schnell. Bequem kommt der Zusteller von Haus zu Haus, da die elektronische Anfahrhilfe ihm ein Tempo von rund sechs Stundenkilometer vorgibt. Privat radelt der Familienvater nach wie vor gerne, dann aber gemütlich mit Frau und Kind. Zum Dienst in die Hilpertstraße fährt er vom Paulusviertel aber mit dem Auto. „Nachmittags bin ich einfach zu platt.“

Auch interessant

Kommentare