1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

SPD bricht mit Hoffmann

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Oberbürgermeister ohne Rückhalt in der eigenen Partei: Walter Hoffmann (SPD).
Oberbürgermeister ohne Rückhalt in der eigenen Partei: Walter Hoffmann (SPD). © Arnold/FR

Oberbürgermeister Walter Hoffmann ist parteiintern mit seiner Kandidatur für eine zweite Amtszeit gescheitert. Der Unterbezirksvorstand der SPD sprach sich gegen eine erneute Nominierung für die Direktwahl im März 2011 aus.

Darmstadts Oberbürgermeister Walter Hoffmann ist parteiintern mit seiner Kandidatur für eine zweite Amtszeit wohl gescheitert. Der Unterbezirksvorstand der SPD sprach sich am späten Montagabend gegen eine Nominierung des Amtsinhabers für die Direktwahl im März nächsten Jahres aus. In einer Krisensitzung setzte das Gremium gestern Abend eine Findungskommission ein. Hoffmann führt seine Niederlage vor allem auf den Spagat zwischen seinem Amt als Oberbürgermeister für alle Bürger und die Parteiarbeit zurück.

In einer geheimen Abstimmung hatten es elf von 21 Vorstandsmitgliedern abgelehnt, Hoffmann für den im Juni geplanten Nominierungsparteitag als Kandidaten vorzuschlagen. Acht Vorstände stimmten für ihn, zwei enthielten sich. Als Grund für das Abstimmungsergebnis nennen Vorstandsmitglieder Hoffmanns Weigerung, bei der zeitgleich mit der Oberbürgermeisterwahl angesetzten Kommunalwahl auch als Spitzenkandidat auf der SPD-Liste aufzutreten. "Damit wollten wir ein Signal der Geschlossenheit von Partei und Oberbürgermeister setzen", erklärte SPD-Parteichef Wolfgang Glenz.

In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Anzeichen dafür, dass der Oberbürgermeister und seine Partei auseinander driften. Mit einer Reihe einsamer Entscheidungen hat Oberbürgermeister Walter Hoffmann den Unmut der SPD auf sich gezogen. Im vergangenen Sommer stellte er sich beim Thema Nordostumgehung gegen die Parteispitze, die nach dem gescheiterten Bürgerentscheid sofort Baurecht für das umstrittene Projekt schaffen wollte. Hoffmann sprach sich indes für ein moderateres Vorgehen aus und setzte ein Dialogforum ein. Beim Thema ICE-Anschluss ist der Oberbürgermeister seit langem isoliert. Er plädiert für einen Fernbahnhof bei der Siedlung Tann, weil er eine Anbindung über den Hauptbahnhof bei der Bahn AG für nicht durchsetzbar hält.

Auch Hoffmanns mit der Partei nicht abgestimmte Ankündigung, er werde erneut für das Amt des Oberbürgermeisters kandidieren, sorgte für Missstimmung.

"Die Partei ist in einer schwierigen Situation", kommentierte Parteichef Wolfgang Glenz die Vorstandsentscheidung. Die Findungskommission soll bis Mai einen Bewerber suchen. "Dabei müssen wir auch über die Stadtgrenze hinaus blicken, erklärte Glenz. In Darmstadt sehe er keinen Kandidaten, der sich anböte.

In der Vergangenheit wurde immer wieder die Darmstädter Bundestagsabgeordnete Brigitte Zypries genannt. Die frühere Bundesjustizministerin wollte sich dazu nicht äußern. (rf/ryp)

Auch interessant

Kommentare