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Breites Bündnis ruft in Darmstadt zu Demo auf

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Von: Annette Schlegl

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Am Weltfrauentag (8. März) solidarisiert sich ein breites feministisches Streikbündnis mit den Forderungen von Verdi und ruft dazu auf, zu demonstrieren.

Darmstadt steht am Dienstag ganz im Zeichen der Frauen. Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, hat ein breites Bündnis zu einer Kundgebung auf dem Darmstädter Friedensplatz und einer anschließenden Demonstration aufgerufen. Die Veranstalter solidarisieren sich dabei mit den Beschäftigten im Sozial-und Erziehungsdienst, die im Moment im Tarifkonflikt stehen.

Das Feministische Streikbündnis fordert am 8. März dazu auf, dem Streikaufruf der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zu folgen und gemeinsam mit Beschäftigten in Kitas, der Behindertenhilfe sowie anderen sozialen Einrichtungen auf die Straße zu gehen, um so für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Schließlich seien über 80 Prozent der Beschäftigten in diesen Berufen Frauen, Lesben, Intersexuelle und weitere Gruppen, die aufgrund ihrer Geschlechtsidentität maßgeblich von Männern diskriminiert werden, heißt es vonseiten der Organisator:innen.

Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst seien schlecht bezahlt, die Beschäftigten oft überlastet, schreibt das Bündnis Feministischer Streik Darmstadt in einer Ankündigung. Außerdem bekämen sie nicht die Aufmerksamkeit und Anerkennung, die sie verdienen. Die Belastung würden auch alle, die zu Hause unentgeltlich Sorgearbeit leisten, spüren. „Wir nehmen nicht hin, dass 100 Milliarden Euro für die Aufrüstung der Bundeswehr bereitgestellt werden, während die Beschäftigten in Erziehung, Bildung, Sozialem und Pflege nicht erst seit der Pandemie auf dem Zahnfleisch gehen“, sagt Gerti Wolf vom Feministischen Streik Darmstadt.

Dem Demonstrationsaufruf des Feministischen Streikbündnisses haben sich in Darmstadt elf weitere Organisationen angeschlossen: das Frauenhaus, die Fridays for Future, der Verein für queere Menschen Vielbunt, der Kurdische Frauenrat Roza, der Kreisverband und die Stadtverordnetenfraktion der Linken, die Interventionistische Linke (IL), die Linksjugend Solid, die Gruppierung Seebrücke, der Stadtschülerrat, Darmstadt Unbefristet als Initiative gegen das Befristungsunwesen an der TU sowie attacikka, die junge Gruppe der Globalisierungskritiker Attac.

Um 14 Uhr startet die Streikkundgebung der Gewerkschaft Verdi am Ludwigsplatz, um 15 Uhr beginnt die gemeinsame feministische Kundgebung auf dem Friedensplatz. Sie setzt sich nach einer halben Stunde in einer Demonstration fort, die durch die Bleichstraße zum Klinikum führt, dann weiter zur Casinostraße/Ecke Theinstraße, zum Luisenplatz und schließlich zum Georg-Büchner-Platz. Vor dem Staatstheater endet der Demonstrationszug um 16.30 Uhr mit einer Abschlusskundgebung.

„Wir rechnen mit mindestens 500 Teilnehmenden“, sagt Wolf, glaubt aber, dass es angesichts des breiten Aufrufs mehr werden. „Wir wollen auch die unbezahlte Sorgearbeit niederlegen“, sagt Wolf. Darunter verstehen die Organisator:innen nicht nur die häusliche Pflege von Angehörigen, sondern haben auch diejenigen im Blick, die sich um Kinder und das Wohlergehen der im Haushalt Lebenden kümmern.

Von 15 Uhr an bieten auch die Critical Friends, der alternative Programmbeirat des Schauspiels am Staatstheater, ein Programm an unter dem Titel „Frauen-Welt-Stadt-Tag-Kantine“. Beginn ist auf dem Vorplatz des Theaters mit einer Toninstallation, bei der feministische Statements aus der Stadt zu hören sind. Auch ein Runder Tisch des Ägyptischen Vereins mit Berichten zu feministischen Bewegungen in Marokko, Ägypten, dem Sudan und Irak ist vorgesehen.

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