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Brand nahe altem Munitionsdepot in Münster möglicherweise gelegt

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25 Hektar Wald sind nahe des ehemaligen Munitionsdepots bei Münster-Breitefeld verbrannt. Die Polizei hat jetzt Ermittlungen wegen möglicher Brandstiftung eingeleitet.
25 Hektar Wald sind nahe des ehemaligen Munitionsdepots bei Münster-Breitefeld verbrannt. Die Polizei hat jetzt Ermittlungen wegen möglicher Brandstiftung eingeleitet. © Kreisfeuerwehrverband Darmstadt-

Die Kripo Darmstadt ermittelt aktuell wegen möglicher Brandstiftung im munitionsverseuchten Gelände bei Münster. Die Ermittler haben auch weitere Brände im Visier.

Möglicherweise hat Brandstiftung zu dem Großbrand nahe der ehemaligen Munitionsanstalt (Muna) in Münster-Breitefeld geführt, der Feuerwehrkräfte aus drei Bundesländern am Donnerstag schon sechs Tage lang forderte. Die Kriminalpolizei ermittelt derzeit zumindest in diese Richtung und sucht Zeugen.

Zeugenaufruf der Polizei für drei Waldbrände in Groß-Umstadt und Münster

Wie das Polizeipräsidium Südhessen am Donnerstag mitteilte, kann bei drei Waldbränden der vergangenen Tage eine mögliche Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden. Es handelt sich dabei um einen Waldbrand bei Dorndiel, ein Stadtteil von Groß-Umstadt, einen Brand, der gegen 4 Uhr morgens in einem Waldstück zwischen Münster und Dieburg, nahe der Muna-Straße, gemeldet wurde, sowie den Großbrand am Samstagmittag im Wald nahe des Muna-Geländes in Münster-Breitefeld.

Ob die Brände im Zusammenhang stehen, muss laut Polizei noch geprüft werden. Die Kripo sucht jedenfalls Zeugen, die in den frühen Morgenstunden am Mittwoch, 10. August, und Donnerstag, 11. August, sowie in den Mittagsstunden am Samstag, 13. August, verdächtige Personen oder Fahrzeuge in den jeweiligen Bereichen wahrgenommen haben. Hinweise werden an das Kriminalkommissariat in Darmstadt unter Tel. 06151/96 90 erbeten.

Feuerwehreinsatz am Muna-Gelände in Münster noch bis Sonntag nötig

Die Löscharbeiten für den Großbrand in Münster nahe des ehemaligen Munitionsdepots dauern nach Angaben von Kreisbrandinspektor Heiko Schecker voraussichtlich noch bis Sonntag. Die Situation sei unter Kontrolle, teilte die Feuerwehr am Donnerstag mit. Regen und drei Hubschrauber, die allein am Mittwoch bei rund 130 Flügen 200 000 Liter Löschwasser abwarfen, beruhigten die Lage. Am Donnerstag sollten sie nur noch auf Abruf fliegen.

Der Kreisfeuerwehrverband Aschaffenburg, der wie zahlreiche andere Verbände Wehren an die Einsatzstelle in Münster-Breitefeld sandte, schrieb auf seiner Homepage, dass man „sicherlich Millionen Liter“ an Löschwasser im Pendelverkehr mit den Fahrzeugen transportiert habe. Für die Feuerwehren aus dem Landkreis Aschaffenburg ist der Einsatz seit Donnerstagmorgen, 8 Uhr, beendet. Trotzdem fordert der Kreisfeuerwehrverband Darmstadt-Dieburg nach wie vor Einheiten aus benachbarten Städten und Landkreisen an, um das Feuer unter Kontrolle zu halten.

Holzerntemaschine schlug Schneise für Beregnung in den Münsterer Wald

Eine große Holzerntemaschine, ein sogenannter Harvester, legte laut Kreisfeuerwehrverband Darmstadt-Dieburg eine zusätzliche Schneise im Münsterer Wald an, um dann automatische Beregnungssysteme auf zwei bisher nicht erreichbare, noch immer heiße Waldflächen zu bringen. Mittlerweile ist das Areal soweit abgekühlt, dass die Einsatzkräfte es in den ungefährlichen, bereits von Munition geräumten Bereichen betreten können. Das Gelände werde in der kommenden Woche weiter beobachtet, so die Feuerwehr. Insgesamt seien bislang 4000 Einsatzkräfte von verschiedenen Hilfsorganisationen vor Ort gewesen.

Feuerwehren bei weiteren Bränden in Südhessen gefordert

In den vergangenen Tagen wurden in Südhessen weitere Brände gemeldet. Am Mittwoch kurz nach 17 Uhr brannte in Rüsselsheim rechtsseitig des Kurt-Schumacher-Rings eine mehr als 10 000 Quadratmeter große Fläche – größtenteils Wiese und Büsche. Am Dienstag gegen 16.15 Uhr wurde die Feuerwehr Darmstadt in den Stadtteil Wixhausen gerufen. In Verlängerung der Erzhäuser Straße standen mehrere gestapelte Heuballen in Flammen. Schon am Freitag, 12. August, hatte die Feuerwehr um 7 Uhr in Wixhausen einen Waldbrand hinter der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) löschen müssen. Dort brannten rund 250 Quadratmeter Unterholz. Auch in den Kreisen Odenwald und Bergstraße habe es in den vergangenen Tagen mehrere Brände gegeben, so ein Polizeisprecher.

In allen Fällen dauern die Ermittlungen zur Brandursache noch an. (mit dpa)

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