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Helm auf und los geht’s: Der „F14“ ist bereit für die Formula Student.

Darmstadt

Ein Bolide aus dem Drucker

„F14“ heißt der neue Rennwagen des Formula-Student-Teams der Hochschule Darmstadt. Insgesamt wurde bei der neuesten Generation des Hochschul-Rennwagens konsequent auf leichtere Bauweise geachtet.

Zuerst sticht seine spitze Nase ins Auge, er trägt ein sportliches Blau. Seine Kurven sind konsequent minimalistisch gehalten, denn er hat abgespeckt. Fast 20 Kilogramm leichter ist er, im Vergleich zum Vorjahr. Das sind die prägenden ersten Eindrücke des „F14“. So heißt der neue Rennwagen des Formula-Student-Teams der Hochschule Darmstadt, in dessen Brust ein 52-PS-Verbrennungsmotor arbeitet und der nun der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Seit September arbeitet das „Fastda-Team“ an seinem neuen Rennwagen. Und die Studierenden konnten mit einigen Innovationen aufwarten: „Besonders stolz sind wir auf die Felgen“, sagt Martin Pöschel, verantwortlich für das Cockpit des „F14“. „Sie sind vollständig aus Karbon gefertigt.“

Insgesamt wurde bei der neuesten Generation des Hochschul-Rennwagens konsequent auf leichtere Bauweise geachtet. „Dazu haben wir viele Teile direkt aus dem Kunststoffdrucker verbaut“, erläutert Pöschel. „Sie werden zunächst am Computer in 3D konstruiert und können dann gefertigt werden.“ Das Verfahren nennt sich „Rapid Prototyping“ und wird dazu verwendet, Datenvorlagen in kürzester Zeit in dreidimensionale Körper zu verwandeln.

Noch letzte Fehler ausmerzen

Bis Ende Juli haben die Studierenden der Hochschule noch Zeit, letzte Fehler auszumerzen. Dann beginnt die Rennsaison mit dem ersten Wettbewerb in Deutschland. „Wir starten dieses Jahr auf dem Hockenheimring und außerdem in Italien und Österreich“, sagt Mario Säglitz. Er ist Professor am Fachbereich Maschinenbau und Kunststofftechnik und betreut das „Fastda-Team“ der Hochschule. „Die Formula Student ist ein Konstruktionswettbewerb, in dem Studierende ein Rennfahrzeug konzipieren, entwickeln und testen, um dann letztlich gegen andere Hochschulen in internationalen Wettbewerben anzutreten“, erklärt er.

In der studentischen Version der Formel 1 gewinnt jedoch nicht einfach das schnellste Auto. Stattdessen werden in insgesamt acht unterschiedlichen Disziplinen sämtliche Aspekte vom zugrunde liegenden Konzept über die Performance bis hin zur Finanzierung beurteilt.

„Diese Disziplinen sind unterteilt in dynamische und statische Wettbewerbe“, erläutert Teamleiter Niklas Wengerter. Er studiert Automobilentwicklung im Master an der Hochschule Darmstadt. In den dynamischen Disziplinen werden die eigentlichen Fahreigenschaften des Boliden getestet: Auf den Prüfstand kommen Beschleunigung, Querbeschleunigung, eine Kurzrunde und ein tatsächliches Rennen über 22 Kilometer.

Erster Wettbewerb im Juli

In den statischen Disziplinen müssen sich die Studierenden den Fragen einer fachkundigen Jury aus der Branche stellen. Dabei verteidigen sie das gesamte Geschäftsmodell, erklären den Benzinverbrauch, das Design und legen sämtliche Kosten offen. „In diesem Report ist jedes einzelne Bauteil aufgelistet und mit einem standardisierten Preis beziffert“, erklärt Teamleiter Wengerter. Die Liste des „F14“ umfasse dieses Jahr mit allen Einzelteilen viele hundert Seiten. Die Studierenden bekommen auch vorgegeben, für wen sie den Wagen bauen. Die Zielgruppe ist genau definiert: „Es soll für eine rennsportinteressierte Privatperson mit vernünftigem Einkommen geplant werden“, sagt Mario Säglitz. Aber nicht in der Stadt, sondern ausschließlich auf der Rennstrecke darf dem Hobby nachgegangen werden.

„Der ,F14‘ hat keine Straßenzulassung. Er ist rein für den rennsportlichen Einsatz konzipiert, ohne Rücksicht auf Komfort“, sagt Betreuer Säglitz. Um diese Anforderungen zu erfüllen, wurde auch der richtige Pilot gefunden: Student Daniel Leibmann hat viele Jahre Rennerfahrung im Kartbereich. Zügig im Kreis fahren kann er also. (eda)

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