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Böses Erwachen

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Auf Zuruf wird das Gebäude geräumt.
Auf Zuruf wird das Gebäude geräumt. © Günther Jockel

Sie hatten in der Nacht zum Freitag das Wort „Amoklauf“ und das Datum „12.11.10“ auf eine Wand der Weiterstädter Albrecht-Dürer-Gesamtschule gesprüht – worauf das gesamte Gebäude evakuiert wurde. Jetzt droht den drei Jugendlichen aus der neunten und zehnten Klasse der Schulverweis und eine saftige Rechnung für den Polizeieinsatz.

Die Verursacher des Amokalarms an der Weiterstädter Albrecht-Dürer-Gesamtschule müssen für ihre Tat wohl teuer bezahlen. Den drei Jugendlichen aus der neunten und zehnten Klasse droht nach dem Parolensprühen in der Nacht zum Freitag nicht nur der Schulverweis, sondern auch eine saftige Rechnung für den Polizeieinsatz. Zudem stehen Schadensersatzansprüche im Raum. Lehrer hatten am Freitagmorgen kurz vor Unterrichtsbeginn das gesamte Gebäude evakuiert, weil auf der Rückwand des Haupthauses das Wort „Amoklauf“ und das Datum „12.11.10“ aufgesprüht waren.

Dass die Polizei die mutmaßlichen Sprayer schon kurz darauf in ihren Wohnungen in Weiterstadt festnahm, sei einer Mitschülerin zu verdanken, sagte Schulleiter Walter Schnitzspan. Sie sei mit den Tätern unterwegs gewesen und habe sich der Schulleitung anvertraut. Im Verlauf der Nacht sei ihr wohl klar geworden, dass hier die „Grenze der Solidarität überschritten ist“. Das Mädchen war am Montag wieder in der Schule, die drei Täter sind dagegen zunächst für eine Woche vom Unterricht suspendiert.

Kosten für Polizeieinsatz

Alle 120 Lehrer hätten die Sache in ihren Klassen umgehend aufgearbeitet. Die Botschaft sei eindeutig: „Das Mädchen, das geredet hat, ist keine Petze. Sie ist eine ganz Mutige. Sie hat Zivilcourage gezeigt und Verantwortung übernommen.“ In der gymnasialen Oberstufe herrsche die Ansicht vor, dass die Neuntklässlerin richtig gehandelt habe.

Unter anderem soll am kommenden Donnerstag noch ein Polizeiexperte vorbeikommen, der sich auf Jugendkriminalität spezialisiert hat. Auch die Schülervertretung (SV) werde demnächst über den Fall diskutieren.

Die Täter vom vergangenen Wochenende haben laut Polizei unterdessen zugegeben, dass sie „wechselseitig und ohne besonderen Grund“ an die Wand geschrieben haben, sagt Polizeisprecher Karl Kärchner. „Über die Folgen haben sie sich wohl keine Gedanken gemacht.“ Zwei der Jugendlichen seien aus polizeilicher Sicht bisher nicht in Erscheinung getreten, beim Dritten gab es „Anfang des Jahres eine Auffälligkeit mit Körperverletzung“.

Die Eltern der Sprayer werden bald Post von der Schule bekommen und um eine Stellungnahme gebeten. Im Anschluss beschließe die Schulleitung das weitere Vorgehen. Die Androhung eines Schulverweises sei aber das Mindeste. Die Eltern haben die Möglichkeit, Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Es könne aber auch hilfreich sein, wenn sie sich schon jetzt nach einer anderen Schule umschauten, heißt es aus Weiterstadt. ( sami)

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