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BMX-Park muss saniert werden

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Nico Rett, Platzwart der BMX-Anlage an der Stadtmauer, vollführt einen letzten Trick.
Nico Rett, Platzwart der BMX-Anlage an der Stadtmauer, vollführt einen letzten Trick. © Claus Völker

Der BMX-Park wird rundumerneuert. Über den Winter wird die stark frequentierte Anlage an der Stadtmauer daher dicht gemacht.

Seit einer Woche ist das Tor zur BMX-Anlage an der Darmstädter Stadtmauer verrammelt, und trotzdem sitzen zwei Jungs mit BMX-Rädern auf einer Rampe. Michael Gerhold, Vorsitzender des BMX- und Skatevereins ist sauer: „Hier ist zu! Warum respektiert ihr das nicht?“, ruft er. Die beiden murmeln etwas und fahren weg.

Die Anlage besteht aus Holzrampen. Die gibt es auch in Bensheim, Groß-Gerau oder Heusenstamm, dort ist aber nicht so viel los wie in Darmstadt, sagt Michael Gerhold. „Das hier ist die am meisten beanspruchte.“

Die Stadt hat nun einen TÜV-Bericht für die Anlage angefordert, „und den haben wir nicht“. Rampen, die an der Seite offen sind, müssen verkleidet werden, damit der TÜV sein Okay gibt. „Alle Rampen, die höher sind als einen Meter, brauchen ein Geländer“, sagt Gerhold. „Also alle“, fasst es Platzwart und Rampenbauer Nico Rett zusammen. „Obwohl das eine Gefahr sein kann, weil Leute mit dem Fahrrad dort hängen bleiben können“, erklärt Gerhold.

Sanierungsbedarf hat sich angestaut

Die Fugen der Platten dürften nicht so weit auseinander sein, zeigt er an einer dritten Stelle. Und die Schraubenköpfe müssen versenkt sein. Da Platten und Verbindungen Wind und Wetter ausgesetzt sind, quillt da auch mal was auf und drückt die Schrauben raus. „Dem allen können wir nicht unmittelbar nachkommen“, sagt Michael Gerhold, „der Sanierungsbedarf hat sich angestaut“. Bislang sei immer nur so dran gearbeitet worden, dass eine Rampe fahrbereit war, und dass die repariert wurden, die am meisten beansprucht waren.

Wegen der nun anstehenden Rundum-Sanierung hat der Verein erstmals beschlossen, die Anlage über den Winter dichtzumachen. Damit die Rampen bis dahin nicht illegal genutzt werden können, werden Querbalken draufgeschraubt. Das geschieht als nächstes.

Balken verhindern Nutzung

Im Laufe der Zeit wandelten sich die Bedürfnisse, erklärt der Vorsitzende. Vor 15 Jahren sei die Anlage von damals noch häufig von Inlinern und auch Skateboardern genutzt worden, heute vor allem von BMXlern und, relativ neu, von Scootern – den Jungs auf Rollern. Mit Rampen aus Holz könne man flexibel auf die sich verändernden Bedürfnisse reagieren.

Betonanlagen sind zwar TÜV-gerecht, aber für die Ewigkeit in Stein gegossen: Einmal gebaut, für immer unverrückbar. Deswegen bevorzugen die Darmstädter Holz. „Man kann hier umbauen, aufbauen, abbauen“, sagt Michael Gerhold. „Und das machen wir natürlich dann auch von Zeit zu Zeit.“

Zwar ist das Material teurer geworden, aber dennoch schafft es der Verein, mithilfe des Zuschusses der Stadt und den Mitgliedsbeiträgen, die Sanierung zu stemmen, sagt Vorsitzender Gerhold. „Sobald es wärmer wird, fangen wir an“, verspricht der 17 Jahre alte Nico. „Wir müssen über den TÜV kommen, das ist das Ziel“, gibt Michael Gerhold als Parole aus. Ende April soll alles fertig sein und die Anlage wieder öffnen. Dann mit TÜV-Siegel. rwb

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