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Blick in die Zukunft

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Betriebe und Studierende zeigen in der alten Turnhalle Perspektiven auf.
Betriebe und Studierende zeigen in der alten Turnhalle Perspektiven auf. © Roman Grösser

200 Schüler der Jahrgangstufe elf und zwölf informieren sich bei der Ausbildungsmesse in der Darmstädter Georg-Büchner-Schule.

Valerie Angerer, Cara Hesse und Elena Hoffmann haben den Kopf voller Eindrücke und die Hände voller Broschüren. In der alten Turnhalle der Georg-Büchner-Schule (GBS) in Darmstadt stellen sich an diesem Vormittag ein Dutzend Firmen und Betriebe vor, um für sich und ihre Ausbildungsangebote zu werben. Die Referendare Anna Göbel und Benjamin Seelisch haben den Berufsinformationstag für die rund 200 Schüler der Jahrgangsstufen elf und zwölf organisiert.

Valerie, Cara und Elena, allesamt Jahrgang zwölf, haben die ersten Gespräche hinter sich und konkrete Pläne. Touristik-Event-Marketing interessiere sie, sagt Valerie, und auch Cara hat ein Studium im Bereich Marketing/Event-Management im Auge. Erfahrungen in einer Darmstädter Agentur haben sie ermutigt, am Ball zu bleiben. „Da muss man viel organisieren, Club-Eröffnungen oder auch mal eine Gala.“ Elena hat schon ein Praktikum in einem Hotel hinter sich und kann sich ein Duales Studium in Betriebswirtschaftslehre vorstellen.

Azubis stellen Berufe vor

Mittendrin im Geschehen ist Stefan Hein. Der Oberstufenleiter wird immer wieder von Universitäten und Hochschulen gebeten, auf deren Informationsangebote hinzuweisen. So sei die Idee einer Berufsorientierung entstanden, „das kann ein guter Impuls sein“.

Viele Unternehmen haben junge Kollegen mitgebracht. Marvin Suhe (18) und Sascha Kegler (17) sind bei der Krankenkasse AOK Auszubildende für den Beruf des Sozialversicherungs-Fachangestellten.

Mit guter Leistung könne man den Dualen Studiengang wählen und mit dem Bachelor abschließen. „Es macht Spaß, man kommt viel rum“, sagen sie.

Daniela Lauterbach vertritt die Darmstädter Firma Evonik Röhm, die mit dem Gymnasium eine Partnerschaft pflegt und Praktika anbietet. Interessenten für die Ausbildungen vom Industriemechaniker bis zum Chemielaborant en gebe es viele, sagt sie. Vielen fehle aber Allgemeinwissen, auch mit Grundrechenarten hätten die Bewerber Schwierigkeiten. Gute Noten in Mathematik, Deutsch, Englisch und Französisch seien wichtig, bei Abiturienten wie bei Schülern mit mittlerer Reife. Im kaufmännischen Bereich gebe es pro Jahr 27 Auszubildende – „bei etwa 1000 Bewerbungen“.

Aline Brückmann (21) hat nach dem Abitur an der Lichtenbergschule bei Evonik eine Ausbildung zur Industriekauffrau begonnen. „Das Kaufmännische liegt mir, Sprachen ebenso“, sagt sie. Dem ersten Einstellungstest in großer Runde mit Fragen zu Mathe, Logistik und Allgemeinwissen sei ein zweiter gefolgt, dann habe sie die Zusage erhalten.

Die ehemalige GBS-Schülerin Elisa Stamm (21) studiert Architektur an der Technischen Universität. Die beiden Organisatoren des Berufsinformationstages haben sie und andere Ehemalige, die jetzt in Darmstadt studieren, um ihre Mitwirkung gebeten.

Eine gute Idee, findet Elisa, die Feuer und Flamme ist fürs Studium, „weil die Uni an 365 Tagen rund um die Uhr offen ist“, das Fach sehr kommunikativ und kreativ sei und es in den Gruppen kollegial zugehe.

Am Stand der Firma Döhler, Hersteller und Lieferant von Grundstoffen und Aromen, hat Henrike Stross viel zu tun. Sie ist für die Ausbildung verantwortlich, die Bandbreite reicht von Lebensmitteltechnik, Lagerlogistik und kaufmännischen Berufen bis zum Dualen Studium.

„Ich hatte viele Interessenten, die erst mal wissen wollten, was wir überhaupt machen“, berichtet sie, als der Ansturm abgeebbt ist. Unabhängig vom Abschluss lasse die Qualität der Bewerber nach. Artikulation und Rechtschreibung seien bisweilen „katastrophal“. Zudem seien viele Bewerber schlecht informiert über Beruf und Firma. Stross lobt deshalb die Initiative der Schule: „Ich wünsche mir mehr solcher Veranstaltungen, das ist ganz wichtig.“ (how)

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