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Ein Blick hinter die Werbebilder

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Imke Kalbfleisch ist die erste Tierschutzlehrerin in Hessen. Das Thema ihres jüngsten Workshops lautete „Die Milch macht’s?“ – als Frage. Denn Kalbfleisch wollte einen Blick hinter die Werbebilder mit glücklichen Kühen auf grünen Wiesen werfen.

Imke Kalbfleisch, die Jugendleiterin der Keller-Ranch ist Hessens erste – und zur Zeit noch einzige – vom Deutschen Tierschutzbund ausgebildete Tierschutzlehrerin. Sie ist seit 2012 beim Tierhilfeverein Keller-Ranch ehrenamtlich engagiert und hat seit 2015 das Amt der Jugendleiterin inne.

In diesem Jahr hat Imke Kalbfleisch (40) die „Kinder & Jugend Tierschutz-Akademie Südhessen“ gegründet. „Das sind Angebote für Kinder ab acht Jahren“, sagt die Tierfreundin mit einem Blick auf das Programm. „Ich möchte bei den Kindern Interesse wecken, und dass sie mit offenen Augen durch die Welt gehen.“

Das Thema ihres jüngsten Workshops lautete „Die Milch macht’s?“ – als Frage. Denn Imke Kalbfleisch wollte unter anderem einen Blick hinter die Werbebilder mit glücklichen Kühen auf grünen Wiesen werfen. Und vermitteln, warum Kühe eigentlich Milch geben. Oder was alles aus Milch hergestellt werden kann. „Aus Sahne Butter schütteln ist eine super Sache“, schildert sie einen Aha-Effekt, den Kinder dann haben. „Solche kleinen Dinge bleiben hängen.“

„Die Workshops finden hier auf der Keller-Ranch statt“, erklärt die Pädagogin. „Hier habe ich die Räume und es gibt auch die Tiere.“ Auf der Keller-Ranch, Weiterstadts Tierheim und Gnadenhof, leben unter anderem die Yak-Kuh Perdy, die Holsteiner Kuh Schnuckel und das Galloway-Rind Lisa. Beispiele, die dann tatsächlich vor einem stehen und nicht nur Fotos sind.

Workshop rund ums Ei

Für Anfang Juli ist ein Workshop rund ums Ei geplant. Da gehe es um die Nummern, die auf die Supermarkteier aufgestempelt sind, erklärt Imke Kalbfleisch. Oder die verschiedenen Haltungsformen für Hühner. Auch da laufen die praktischen Beispiele in Form von Seiden- und Perlhühnern auf dem Gelände des Tierhilfevereins herum.

Haustiere war das Thema ihres ersten Workshops, erzählt Imke Kalbfleisch. „Da war auch Geld ein Thema.“ Ein Aspekt, der die Kinder nachdenklich werden ließ. Die Impfungen für einen Hund kosteten zwischen 60 und 80 Euro. Und für Operationskosten steht auch der Besitzer gerade – die können bei einem Kreuzbandriss schon mal 800 Euro betragen. „Da fingen die Kinder an zu rechnen, wie weit sie da mit ihrem Taschengeld kommen.“

Ein weiteres Angebot sind Workshops für Lehrer, mit Hinweisen wie das Thema Tierschutz in den Unterricht eingebracht werden kann, beispielsweise durch eine Tierschutzstunde oder einen Projekttag. (mawi)

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