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Blick bleibt versperrt

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Den freien Blick von der Rosenhöhe auf die Mathildenhöhe wird es vorläufig nicht geben. Die Stadt gibt ihre Pläne vorerst auf.

Den freien Blick von der Rosenhöhe auf die Mathildenhöhe wird es vorläufig einmal nicht geben. Der Magistrat wolle das von ihm zunächst befürwortete Vorhaben nicht weiterverfolgen, sagte der Pressesprecher der Stadtverwaltung Frank Horneff: "Für die Sichtachse wird kein Zweiglein angerührt." Im Park lässt das Grünflächenamt lediglich die Bäume fällen, die krank sind oder umzustürzen drohen.

Eigentlich sollte der Park zur 200-Jahr-Feier der Rosenhöhe im Juni "in seiner ganzen Schönheit erstrahlen", hatte Oberbürgermeister Walter Hoffmann (SPD) erklärt. Auf einer sogenannten Sichtachse sollte der Blick vom Eingang des Rosariums auf die goldenen Zwiebeltürme der Russischen Kapelle schweifen können. Doch dabei stören Bäume. Zwei an der Ecke Ludwig-Engel-Weg/Dolf-Sternberger-Weg und drei weiter westlich wären nach den Vorstellungen der Leiterin des Grünflächenamtes, Doris Fath, zu fällen gewesen. Sie versprach sich von der Aktion eine "erhebliche Aufwertung des Parks für die Besucher".

Im Umweltausschuss fand der Vorschlag im Umweltausschuss eine Mehrheit, doch sowohl der Bau- als auch der Haupt- und Finanzausschuss lehnten ihn ab. Für die Sichtachse dürfe kein gesunder Baum fallen, hieß es dort vor allem von Grünen und CDU. Auch bei einem Ortstermin des Magistrats wurden Bedenken laut. Zudem gab es die Befürchtung, dass durch die Maßnahmen für die Pflegearbeiten in anderen städtischen Parkanlagen in diesem Jahr weniger Kapazitäten frei seien.

Nach der aktuellen Entscheidung des Magistrats hat nun wohl auch ein Kompromissvorschlag des Fördervereins Rosenhöhe keine Chance mehr. Es müssten nicht fünf Bäume gefällt werden, sagt Vorstandsmitglied Dieter Dierolf. "Der Eingriff lässt sich minimieren", ist er überzeugt, lediglich ein Ahornstamm und ein Baum müssten entastet werden. Bei einem Zwetschgenbaum reiche es, ihn regelmäßig auszuasten. Durch diese "minimalinvasive Maßnahme", so Dierolf, könne die Sichtachse "wiederhergestellt" werden. Den Hinweis, es gebe dafür kein historisches Vorbild, da der Park bereits im Jahre 1810, die Mathildenhöhe aber erst 90 Jahre später gebaut wurde, lässt Dierolf nicht gelten. "Die Sichtverbindung ist gewachsen", sagt er.

Derzeit werden auf der Rosenhöhe Arbeiten von Fäule und Pilzen befallene und zu dicht stehende Bäume gefällt, insgesamt 48 Stück. (rf)

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