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Knöllchen sind nicht beliebt, schon gar nicht wenn sie abfärben.

Strafzettel

Blaues Knöllchen färbt ab

Ein Oldtimerfahrer staunt nicht schlecht: Der Strafzettel färbt ab und hinterlässt blaue Farbspuren am weißen Fahrzeug.

Sein blaues Wunder erlebte Holger Thiel, als er jüngst einen Strafzettel bekam. Die Parkscheibe vergessen – das bedeutet ein Knöllchen über zehn Euro. Keine große Sache. Der Mörfelder fährt einen Oldtimer, einen Reliant Scimitar GTE (Baujahr 79), der ein Rechtslenker ist. Ordnungsgemäß war der Strafzettel hinter den linken Scheibenwischer geklemmt, sodass er Thiel zunächst nicht auffiel.

Nach einer verregneten Nacht und einem nicht minder nassen Tag war es dann passiert: Nicht den Strafzettel bemerkte Holger Thiel zuerst, sondern blaue Farbspuren am weißen Fahrzeug. Auf der Suche nach der Ursache entdeckte er schließlich das Knöllchen. Dass er das Ticket von zehn Euro bezahlt, ist für Thiel gar keine Frage. Dennoch war ihm die blaue Farbe einen Besuch beim Fahrzeugaufbereiter und einen Anruf beim Ordnungsamt wert.

Noch nie Beschwerden

Dort habe man seine Aussage zur Kenntnis genommen. Thiel geht davon aus, dass auch die Farbe am Lack weiterhin wasserlöslich ist und wieder abgeht – von daher findet er die ganze Angelegenheit letztlich „witzig“. Den Strafzettel hat er noch in ein Glas mit „Kraanewasser“ getaucht – und siehe da, nach drei Stunden habe das Wasser eine bläuliche Farbe gehabt. „Selbstversuch empfohlen“, so der Mörfelder schmunzelnd.

Nicht besonders witzig findet Ordnungsamtsleiter Hans Dreiseitel die Angelegenheit. Er hat die Beschwerde von Thiel durchaus ernst genommen und hätte im Falle einer Rechnung für Lackpolierarbeiten einen Fachmann die Sache prüfen lassen. „Wir arbeiten seit 20 Jahren mit diesen blauen Zetteln und es kamen noch nie Beschwerden“, sagt er. Dreiseitel geht davon aus, dass die Wasserlöslichkeit weiter gegeben und das Blau folgerichtig abwaschbar ist. Über den Selbstversuch im Leitungswasser werde er aber nachdenken. (eda)

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