In drei Parkhäusern ist Platz für 255 Autos von K6-Bewohnern. Bis die Stellplätze gebaut waren, hat es Jahre gedauert.
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In drei Parkhäusern ist Platz für 255 Autos von K6-Bewohnern. Bis die Stellplätze gebaut waren, hat es Jahre gedauert.

Parken Kranichstein

Bitte drinnen parken

Das neue Wohngebiet K6 in Kranichstein soll nicht durch zu viel Verkehr belastet werden. Die letzte Garage für die Fahrzeuge der Bewohner ist fast fertig. Nun soll ein Konzept umgesetzt werden, dass Autos aus dem Stadtteil weitgehend fernhält.

Vor acht Jahren haben die ersten Bewohner ihre Häuer im damals neuen Wohngebiet K6 in Kranichstein bezogen. Das Besondere an dem Quartier: Es soll möglichst wenig Verkehr geben, Parken nur zum Ein- und Ausladen erlaubt sein. Für die Fahrzeuge der Bewohner waren drei Parkhäuser geplant.

Realität ist der autoarme Stadtteil aber noch nicht. Nahezu überall entlang der Straßen wird geparkt. Der Grund: Es hat Jahre gedauert, bis die Parkhäuser gebaut wurden. In den nächsten Tagen soll die dritte und damit letzte Garage an der Ecke Elisabeth-Selbert-Straße/Jägertorstraße eröffnet werden.

Die beiden anderen, eines genau gegenüber und eines an der Einmündung des Elsa-Brändström-Wegs sind bereits seit Monaten geöffnet. Insgesamt 255 Stellplätze gibt es in den drei eingeschossigen Gebäuden. Das Prinzip des autoarmen Stadtteils ist einfach: Haushalte, die ein Auto angemeldet haben, mussten einen Stellplatz kaufen – für 11.000 Euro plus jährliche Betriebskosten. Zudem gibt es die Möglichkeit, weitere Plätze anzumieten. Wer kein Auto hat, konnte sich als „autofrei“ einstufen lassen. Er spart sich die Investition.

Nicht alle halten sich daran

„Jetzt sind die Voraussetzungen für das autoarme Quartier geschaffen“, sagt Joachim Simrock von der Interessengemeinschaft „Leben in K6“. Doch mit dem Bau der Parkhäuser allein ist es nicht getan. „Wenn das dritte Parkhaus von der Bauaufsicht abgenommen ist, wird die Stadt Schilder aufstellen“, kündigt die städtische Pressesprecherin Sigrid Dreiseitel an. Es gilt ein Tempolimit (30 Stundenkilometer), es gibt eine verkehrsberuhigte Zone. Halten ist erlaubt, Parken nicht.

Ob Schilder ausreichend sind, um das Konzept durchzusetzen? Mancher Bewohner ist skeptisch. Denn im Laufe der Jahre haben sich die Autofahrer daran gewöhnt, ihren Wagen vor der Haustür abzustellen. „Es wird wohl nicht ohne Kontrollen abgehen“, sagt Simrock. Das Ordnungsamt hat dies schon geplant. „Wir werden verstärkt kontrollieren“, kündigt Pressesprecherin Dreiseitel an.

In die Zufriedenheit über die, wenn auch verspätete, Umsetzung des Konzepts mischt sich aber auch Ärger. Denn es gibt offenbar Bewohner, die sich „autofrei“ eingestuft haben, aber dennoch ein Auto nutzen. „Es sind Leute bekannt, die das machen“, sagt Simrock. Andere Bewohner bestätigen dies. So seien Dienstwagen nicht angegeben, oder das Auto sei auf den Namen Dritter angemeldet. Dem Grundgedanken des Verkehrskonzepts läuft dies zuwider.

Dennoch gibt es offenbar keine Handhabe, solche Fälle zu ahnden. „Wir müssen sehen, wie sich die Dinge entwickeln“, sagt Verwaltungssprecherin Sigrid Dreiseitel.

Wo aber parken diese Autos? „Die stehen dann überall in der Gegend herum“, befürchtet eine K6-Bewohnerin. Vor allem wohl auf den wenigen Parkflächen, die entlang der für K6-Verhältnisse großen Elisabeth-Selbert-Straße und der Herta-Mansbacher-Straße ausgewiesen werden. Doch die sind eigentlich für die Besucher gedacht. Die könnten das Nachsehen haben, zumal es für sie keine – auch keine kostenpflichtige – Möglichkeit gibt, die Parkhäuser zu nutzen. (rf.)

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