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Bio-Gladiolen für die Vase

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Blumensträuße direkt von der Wiese werden auch in Darmstadt immer beliebter.
Blumensträuße direkt von der Wiese werden auch in Darmstadt immer beliebter. © André Hirtz

In Darmstadt und Umgebung bieten mehrere Bauernhöfe Blumen für Selbstpflücker an. Und der Trend zum Selbstpflücken nimmt zu.

Sonnenblumen, Löwenmäulchen, Astern oder Bartnelken – das Blumenfeld der Familie Benz ist ein Hingucker in der Oberen Mühlstraße zwischen Arheilgen und Wixhausen. Dort, im Wiesengrund der Silz, liegt der landwirtschaftliche Betrieb der Familie, auf deren Feldern Obst und Gemüse wachsen – und seit zehn Jahren auch Blumen, die man selbst pflücken kann. Jutta Benz sät und pflanzt, Oma Benz lockert die Erde, die Männer wässern.

Der Trend zum Selbstpflücken nimmt auch in Darmstadt und Umgebung zu. Er ist ein Segen für alle Blumenfreunde, die keinen eigenen Garten haben – oder die Felder nutzen, um sich für relativ kleines Geld mit üppig Blühendem zu versorgen. Reich werden könne man damit natürlich nicht, sagt Jutta Benz, die den Hofladen managt und sich auskennt im Geschäft. „Aber die Blumen sind eine schöne Ergänzung.“

Zwar bietet sie auch im Laden Selbstgepflücktes an, viele Kunden aber stellen lieber nach ihrem Gusto Sträuße zusammen, zahlen im Laden oder werfen einen Betrag in eine Kasse. „Das läuft mal so, mal so“, sagt Jutta Benz. Zechpreller gebe es wenige, schließlich liegt das Feld direkt am Hof, und da könne man beobachten, wer dort unterwegs sei. „Aber wieviel schließlich gezahlt wird, das bestimmt jeder selbst.“

Sommerflor in aller Pracht

Und das fällt manchmal eher spärlich aus, sagt Helmut Merlau, auf dessen Feld am Münchweg ebenfalls Sommerflor in schönster Pracht wächst. Rund 2000 Quadratmeter groß ist die Fläche an der Grenze der Arheilger zur Gräfenhäuser Gemarkung, wo seit fünf Jahren auch Tulpen und Narzissen im Frühjahr, Pfingstrosen im Mai und Gladiolen im Sommer wachsen. Seine Frau Ilona organisiert, was gepflanzt wird, darunter auch Stauden, also mehrjährige Pflanzen.

Nicht weit entfernt blüht es auch bei Bruder Georg, der vis-à-vis seines Spargelhofs in der Arheilger Röntgenstraße ein Feld mit Blumen bestellt hat. Gezahlt wird – hier wie dort – in eine Box, die zum Ärger von Helmut Merlau schon mehrfach aufgebrochen wurde. Für die meisten Kunden jedoch hat er ein Lob parat: „Sie sind ehrlich und werfen etwas ein“, sagt er. Manche kommen sogar auf den Hof, um Geld zu wechseln – oder zahlen im Mai beim Spargeleinkauf noch ihre Blumenschulden vom Vorjahr. „Das hatten wir auch schon.“

Tanja Knösel vom Blumenfeld an der Erbacher Straße ist ganz und gar auf die Ehrlichkeit ihrer Kunden angewiesen. Ihr Terrain liegt bei den Saisongärten des Hofguts Oberfeld; mehr als 3000 Quadratmeter ist es inzwischen groß. Vor mehr als fünf Jahren fing sie klein an, pflanzte im Garten des Hofs Blumen für den Bedarf des Guts.

Inzwischen blühen am Scheftheimer Weg – in direkter Nachbarschaft zum Freigehege der Hühner – Gladiolen in ihrer ganzen Farbenpracht. In Achterreihen stehen die in drei Etappen blühenden Schwertliliengewächse am Wegesrand. Nur ein Drittel davon sind Bio-Gladiolen. „Gladiolen und Lilien sind die einzigen Blumen, für die jedes Jahr eine Ausnahmegenehmigung eingeholt wird, denn sie sind kaum aus Bio-Anbau zu haben“, sagt Tanja Knösel. Alle anderen Blumen, die von ihr und den Helfern gesät oder als Jungpflanzen und Stauden zugekauft werden, sind aus biologischem Anbau. (an)

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