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Die Bewerber stehen Schlange

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In einem Jahr sollen die 88 Wohnungen belegt sein.
In einem Jahr sollen die 88 Wohnungen belegt sein. © Claus Völker

In der Arheilger Blütenallee enstehen 88 Wohnungen mit Mietpreisbindung. Erst im Herbst wird über die Belegung entschieden und ab dem 1. Januar 2016 können die Umzugswagen vorfahren.

In der Blütenallee in Arheilgen werden derzeit 88 Wohnungen mit Mietpreisbindung gebaut. Vom Land Hessen wird die von der Bauverein AG errichtete Anlage, zu der auch eine Kinderkrippe gehören wird, aus dem Landesprogramm Sozialer Mietwohnbau mit 8,9 Millionen Euro gefördert.

Ein gelber, alle Nachbargebäude überragender Kran weist den Weg zum Neubaukomplex im neuen Arheilger Stadtviertel an der Blütenallee. Noch sind die Wohnungen im Rohbauzustand, aber an Bewerbungen von Mietern besteht schon jetzt kein Mangel.

Auf der Warteliste von Günther Binstadt, dem Leiter des Darmstädter Wohnungsamtes, stehen 2200 Haushalte. Erst im Herbst wird nach Dringlichkeit und Antragsdauer über die Belegung entschieden, und ab 1. Januar 2016 können die Umzugswagen vorfahren. Der Quadratmeterpreis liegt bei sechs Euro (kalt), und darüber hinaus soll es auch noch günstige Heiztarife geben.

Auf dem Betondach der Tiefgarage im Innenhof, die noch begrünt und mit zwei Spielplätzen ausgestattet werden soll, übergab am Montag Staatssekretärin Beatrix Tappeser vom Hessischen Ministerium für Umwelt und Stadtentwicklung einen Förderbescheid über 8,95 Millionen Euro an den Bauvereinsvorsitzenden Hans-Jürgen Braun. Sie hob hervor, dass 73 der 88 Wohnungen barrierefrei sind und dass das geplante Blockheizkraftwerk energieeffizient ist.

Die reinen Baukosten des über sechs Treppenhäuser erschlossenen, fast o-förmigen Gebäudekomplexes mit drei Voll- und einem Dachgeschoss belaufen sich auf 12,5 Millionen Euro, die Gesamtkosten – der Kauf des 6036 Quadratmeter großen Grundstücks und Nebenkosten inbegriffen – auf 18 Millionen. Die Stadt Darmstadt gewährt einen Zuschuss über 3,5 Millionen.

Vorgesehen sind Ein-, Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen mit einer Größe zwischen 45 und 90 Quadratmeter. Den größten Teil – nämlich 45 Prozent – machen die Zwei-Zimmer-Wohnungen aus, die besonders gefragt sind. Binstadt hat dafür die Erklärung: Über 60 Prozent der Wohnungssuchenden mit geringem Einkommen sind Singles oder Alleinerziehende. Den klassischen Familienhaushalt gibt es nicht mehr so häufig wie früher. Eine Erleichterung für die Alleinerziehenden dürfte die zum Gebäudekomplex gehörende Kinderkrippe für 30 Kinder bis zu drei Jahren sein.

Stadt und Bauverein haben vereinbart, dass der Bauverein jährlich 100 sozial gebundene Wohnungen baut oder modernisierte Wohnungen aus seinem Bestand in die Sozialbindung kommen.

HSE baut Heizungszentrale

Hans-Jürgen Braun wies am Montag darauf hin, dass die Bauverein AG speziell für das Projekt Blütenallee ein innovatives Konzept mit dem Energieversorger HSE entwickelt hat. Es sieht vor, dass die HSE die Heizungszentrale baut – später auch wartet –, die die Wärme für die Wohnungen liefert. Die Kosten werde die HSE direkt mit den Mietern abrechnen. Der im Blockheizkraftwerk entstehende Strom könne zu einem Sondertarif genutzt werden.

Binstadt erläuterte, dass 100 neue geförderte Wohnungen pro Jahr notwendig seien, um wegbrechende Bindungen zu ersetzen. „Solche Kooperationen wie mit dem Bauverein würde die Stadt auch gern mit anderen Baugesellschaften eingehen“, sagte er. Weitere Sozialwohnungen sind auf den Konversionsflächen (ehemaliges amerikanisches Militärgelände) geplant. pyp

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