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Betreute Grundschüler

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An der Wilhelm-Arnoul-Grundschule gibt es seit dem laufenden Schuljahr eine weitere Ganztagsgruppe.
An der Wilhelm-Arnoul-Grundschule gibt es seit dem laufenden Schuljahr eine weitere Ganztagsgruppe. © Anette Waldhoff

Das Konzept zur Ganztagsschule soll im Kreis Groß-Gerau 2015 realisiert werden. In Mörfelden-Walldorf werden derzeit rund 30 Prozent der Kinder ganztäglich betreut.

Die Förderung von Bildung sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind zwei Zielsetzungen in Deutschland, denen auch Mörfelden-Walldorf nachgehen möchte. Mit dem Kreis Groß-Gerau soll ein flächendeckendes Konzept für die Ganztagsbetreuung an Schulen auf den Weg gebracht werden.

Noch vor der Entscheidung, unter den kommunalen Schutzschirm zu schlüpfen, hat der Magistrat das Konzept vorgelegt und den Stadtverordneten einen Zwischenbericht der Projekt- und Steuerungsgruppe zur Kenntnis gegeben. Über die Finanzierung des Vorhabens, das 2015 Gestalt annehmen soll, wird noch zu sprechen sein. Feldversuchsobjekt ist die Wilhelm-Arnoul-Grundschule – eine von vier Grundschulen, an der zum laufenden Schuljahr eine weitere Ganztagsgruppe eingerichtet wurde.

Alle Ressourcen verzahnen

Mörfelden-Walldorf orientiert sich an einem Leitfaden des Kreises aus dem Jahre 2010 und betont durch den Magistrat: „Ganztags(grund)schule kann auf absehbare Zeit nur gelingen, wenn die Ressourcen von Land, Kreis und Kommune miteinander verzahnt werden.“ Zur Losung heißt es: „Nicht die Institution, sondern das Kind mit seinen Entwicklungs- und Bildungsbedürfnissen steht im Fokus.“ In der Projektgruppe des von Kreis und Kommune gesteuerten Prozesses wirken unter anderem Stadtkita- und Elternbeirat sowie Schul- und Hortleiter mit.

378 von 1166 Mörfelden-Walldorfer Kindern im Grundschulalter nahmen zum Schuljahr 2010/2011 ein Betreuungsangebot wahr. Das entspricht einem Deckungsgrad von 32 Prozent und erfordert knapp 25 Vollzeitstellen. Auf Grundlage des Jahres 2010 bringt die Kommune etwa 1,1 Millionen Euro an Betreuungskosten auf. Hinzu kommen rund 626.000 Euro Elternbeiträge, 51.000 Euro Landeszuweisungen und ab 2013, hauptsächlich für eine halbe Stelle Schulsozialarbeit, 45.000 Euro vom Kreis.

Fachkräfte für die Betreuung

Der Magistrat sieht „das Land in der Pflicht, mehr Ressourcen in die Ausgestaltung der Ganztagsschule zu investieren“. Das hessische Kultusministerium steuert Lehrerstunden bei, für die Profilstufe eins – ehemals pädagogische Mittagsbetreuung – sei in der Regel eine Lehrerstelle vorgesehen.

Mit allen lokalen Akteuren wie Eltern, Vereinen, Hausaufgaben- und Jugendhilfe, die zum Gelingen des Projekts beitragen können, wurden bei einem ersten Workshop im November 2011 Chancen, Stolpersteine, Prioritäten, pädagogische und rechtliche Grundlagen, Kooperationsmöglichkeiten und Zeitmodelle herausgearbeitet.

Als Ziel hob die Steuerungsgruppe im März vorigen Jahres die Betreuung aller Schulkinder am Ort der Grundschule hervor: Unter anderem sollen Fachkräfte und passende Räume die Betreuungsqualität wahren.

Während es fast überall im Land besonders in Sachen Schulkindbetreuung noch Nachholbedarf gibt, steht die Kita-Betreuung längst auf der Agenda, muss aber ebenfalls noch ausgebaut werden. Die CDU-Fraktion hatte den Magistrat um Auskunft zum Kita-Jahr 2012/13 gebeten, vor allem hinsichtlich der erhöhten Gebühren und der Nachfrage.

Nur 40 Beschwerden

Gegen die neuen Gebührenbescheide ist dem Sachbericht zufolge kein Widerspruch eingegangen, die mit 40 „geringe Zahl“ der Beschwerdeführer lasse auf breite Zustimmung schließen. Gegenüber 701 Kindergartenbuchungen, Stand September 2012, wurde die Betreuung von Kindern unter drei Jahren 59 Mal, der Hort 98 Mal in Anspruch genommen. 858 Kinder sind insgesamt angemeldet.

Rund 17 Prozent der Erziehungsberechtigten sind durch das Jugendamt Groß-Gerau von der Gebührenpflicht befreit, etwa gleich viele zahlen den höchsten Satz der nach Einkommen gestaffelten Gebühren. (eda.)

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