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Für Besucher kaum Platz

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Im Quartier K 6 sind Parkmöglichkeiten rar. 2013 wurden dort mehr als 400 Verwarnungsgelder verhängt. Doch der Mangel an Stellplätzen ist gewollt, er ist Teil des Verkehrskonzepts in dem Quartier.

Das Knöllchen klemmte nach der Familienfeier unterm Scheibenwischer. Mit Recht, denn in der Wohnstraße gilt Parkverbot. Doch der Gast hat an diesem Tag nirgendwo im Kranichsteiner Wohngebiet K 6 einen Platz zum Abstellen seines Wagens gefunden. „Das ist für Besucher schon manchmal ein Problem“, weiß Joachim Simrock von der Interessengemeinschaft „Leben in K 6“.

Jedoch: Der Mangel an Stellplätzen ist gewollt, er ist Teil des Verkehrskonzepts in dem Quartier. Aber wenigstens für Besucher sollte es Räume geben, lautet die Forderung mancher Anwohner. Diese gerät in Konflikt mit dem Gedanken des autoarmen Quartiers, das K 6 sein soll.

Das Ordnungsamt lässt den ruhenden Verkehr kontrollieren. „Die frei verfügbaren Stellplätze sind sehr begrenzt“, sagt der städtische Pressesprecher Daniel Klose. Das Ergebnis der Kontrollen: Mehr als 400 Verwarnungsgelder wurden 2013 verhängt.

Die Parkplätze im Freien sind belegt, obwohl die Anwohner verpflichtet sind, einen Stellplatz zu kaufen – für 11 000 Euro plus Betriebskosten. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich „autofrei“ einstufen zu lassen. Gleichwohl haben Besucher das Nachsehen. „Die vorgesehenen Plätze sind oft von Anwohnern belegt“, so Simrocks Erfahrung. Ein Grund kann sein, dass nicht für alle Autos ein Parkplatz gemietet wurde, aber auch, dass als „autofrei“ eingestufte Anwohner durchaus ein Fahrzeug haben – als Dienstwagen oder als ein auf Dritte zugelassenes Auto.

Eine Lösung wird in der Stadtverwaltung offenbar nicht diskutiert. Dagegen hat Joachim Simrock eine Idee in Erinnerung behalten: „Angedacht war, einen Parkplatz mit Schranke und einer niedrigen Gebühr. Den könnten Besucher nutzen und die Gastgeber könnten die Gebühr bezahlen.“ Diese Idee sei aber nicht weiterverfolgt worden. rf

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