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Das Beste fürs Kind

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Udo Bender zählt seit Anfang an zu den KOMM-Beratern in Darmstadt.
Udo Bender zählt seit Anfang an zu den KOMM-Beratern in Darmstadt. © Claus Völker

Worauf es im Umgang der Erzieher und Lehrer mit Eltern ankommt, skizzierte Nicole Wilhelm vom Familienzentrum Darmstadt bei der vierten Regionalkonferenz, zu der die Beratungsstelle KOMM am Dienstag in die Herderschule eingeladen hatte.

Eltern wollen für ihr Kind immer das Beste – einerseits. Andererseits vertrauen sie ihr Kind aus unterschiedlichsten Gründen mehr und mehr anderen Erwachsenen an: Erziehern im Kindergarten, Lehrern in der Schule, Betreuern am Nachmittag. Folgerichtig gibt es stets zwei Sichtweisen auf das Kind: die der Eltern und die der anderen Erwachsenen. Nur im Idealfall ergeben die Eindrücke ein einheitliches Bild.

Worauf es im Umgang der Erzieher und Lehrer mit Eltern ankommt, skizzierte Nicole Wilhelm vom Familienzentrum Darmstadt bei der vierten Regionalkonferenz, zu der die Beratungsstelle KOMM am Dienstag in die Herderschule eingeladen hatte.

Knapp 5o Teilnehmer

Die knapp 50 Teilnehmer repräsentierten das breite Spektrum, innerhalb dessen sich die inzwischen auf den Sozialraum – in diesem Fall die Stadtteile Bessungen und Heimstättensiedlung – ausgeweitete Arbeit bewegt: Kindertagesstätten, Kinder- und Jugendhäuser, Schulen aller Formen, freie Träger familienfreundlicher Schulen, Migrationsdienste, Beratungs- und Förderzentren, Polizei, städtischer Sozialdienst, Staatliches Schulamt.

Nicole Wilhelm, Mutter von vier Kindern und Kursleiterin, erläuterte, mit der Forderung nach Gehorsam komme man schon lange nicht mehr weiter. Es stelle sich also die Frage, wie Kinder zu führen seien. Für die alltägliche Beratungsarbeit gelte grundsätzlich, „dass das Verhalten der Eltern Teil des Problems der Kinder ist“. Viele Eltern könnten es nicht besser, wollten aber, dass es ihrem Kind gut geht. „Und sie wollen sich ernst genommen fühlen.“ Das gelte es immer im Hinterkopf zu haben.

Voraussetzung für eine gute Kooperation mit Eltern sei unter anderem, dass es keine Diskussion darüber geben dürfe, wer die richtige Perspektive aufs Kind habe, sondern dass man gemeinsam unterschiedliche Eindrücke wie ein Puzzle zu einem Bild zusammenfügen müsse. Dafür seien klare Standpunkte wichtig – und die Art und Weise, wie man sie äußere. Wilhelm: „Die Stimme transportiert Gefühle mehr als Worte.“ In großer Runde ergänzte die Gastgeberin des Treffens, Käthe Lemp, seit 17 Jahren Leiterin der Herderschule, die Durchschlagskraft des Wörtchens „und“: Es rege dazu an, alle Beteiligten in die Pflicht zu nehmen – im Gegensatz zum „Gesprächskiller“ „ja, aber“.

Auf Zustimmung stieß der Hinweis von Stadtteilpolizist Reiner Leichtlein, die Kontaktaufnahme mit Eltern gelinge am besten außerhalb eines womöglich fremden Rahmens (Büro, Schule). Leichtlein nannte beispielhaft die Kita „Wurzel“ im Neubaugebiet Ernst-Ludwig-Park: Dort gibt es ein Begegnungscafé für Eltern.

Udo Bender von der KOMM-Beratungsstelle berichtete am Rande, die Sozialpädagogen streckten ihre Fühler inzwischen auch nach den Kitas aus, um in problematischen oder kritischen Fällen schon vor Beginn der Schulzeit angemessen reagieren zu können. how

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