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Besser als beim ersten Teil

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Die Arbeiten am zweiten Abschnitt der Straßenbahntrasse in Arheilgen haben begonnen.

"Das macht richtig Spaß". Gerade war Baudezernent Dieter Wenzel (SPD) aus dem Bagger geklettert, nachdem er mit dem Ausschütten einer Schaufel Sand in der Reitbahn im Herzen Arheilgens am Freitagnachmittag den Startschuss zum Bau der neuen 1,2 Kilometer langen Straßenbahntrasse gegeben hatte; sie verläuft von der Ortsmitte bis zum Dreieichweg am nördlichen Ortsrand des Stadtteils, wo die Wendeschleife entsteht.

Der zweite Bauabschnitt des Programms Neue Wege für Arheilgen kann nur besser werden, denn mit dem ersten - zweigleisiger Ausbau der Straßenbahn von der Haltestelle Merck bis zur Ortsmitte - hatte der SPD-Politiker mächtig Ärger. Weil bei dem seit vier Jahren laufenden Projekt die Kosten aus dem Ruder liefen, gab es sogar einen Untersuchungsausschuss.

Das Gremium hatte im Januar 2009 festgestellt, dass für die Stadt im ersten Bauabschnitt Mehrkosten von 11,6 Millionen Euro entstehen. So mussten wegen eines Wirrwarrs im Untergrund neue Leitungen verlegt werden. In der ursprünglichen Kalkulation war auch nicht der Ersatzverkehr durch Busse der Tochter Heag-Mobilo enthalten.

Für den zweiten Bauabschnitt sind laut Wenzel 15,2 Millionen Euro vorgesehen. Das Land beteiligt sich daran mit acht Millionen Euro. Damit betragen die Gesamtkosten der Neuen Wege 38,5 Millionen statt der ursprünglich veranschlagten 26,9 Millionen Euro.

Terminvorgaben sollen helfen

Wenzel ist sich sicher, dass es dabei bleibt: "Wir haben aus dem ersten Bauabschnitt viel gelernt." So gebe es beispielsweise klare Terminvorgaben für die Baufirmen, deren Einhaltung sie garantieren mussten. Der Untergrund sei genau untersucht worden, und das Ausschreibe- und Vergabeverfahren sei diesmal korrekt gelaufen, betonte er.

Wegen Regelverstößen beim ersten Abschnitt hatte das Land einen Zuschuss von 7,3 Millionen um 1,4 Millionen Euro gekürzt. Das Widerspruchsverfahren gegen den Kürzungsbescheid am Verwaltungsgericht Darmstadt ist noch nicht abgeschlossen.

Die Uwiga kritisierte, dass der zweite Bauabschnitt - unter anderem wegen der desolaten Finanzlage der Stadt - nicht gestrichen wurde. Der durchgehende 7,5-Minuten-Takt, der als Hauptgrund für den zweigleisigen Ausbau gedient habe, werde schon jetzt nicht eingehalten. Verkehrsspitzen wie zur Schülerbeförderung seien durch Busse billiger zu bewältigen, so die Uwiga.

Nach dem symbolischen Beginn soll der Gleisbau am 21. Juni beginnen. Die Kanalarbeiten sind bereits abgeschlossen, die Versorgungsleitungen sind ebenfalls bald verlegt.

Die Trasse, die wegen der Enge der Straße keinen eigenen Gleiskörper bekommt, wird in zwei Abschnitten gebaut: zunächst acht Wochen vom "Goldnen Löwen" bis zum "Schwanen", dann in Richtung Ortsausgang. Nach den letzten Häusern entsteht auf der linken Seite die Wendeschleife mit einem Parkplatz und den Endhaltestellen der Buslinien nach Wixhausen und Neu-Isenburg. In den Sommerferien ist die Frankfurter Landstraße an den Abschnitten gesperrt. Umleitungen verlaufen über Darmstädter Straße und Im Erlich.

Die Gleisbauarbeiten und die neue Wendeschleife soll im Sommer nächsten Jahres fertig sein. Wenn die neue Schleife in Betrieb ist, kann die provisorische im Ort abgebaut werden. Dem dort entstehenden Edeka-Markt steht dann der volle Parkraum zur Verfügung. (ryp)

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