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Giftanschlag an der TU Darmstadt: Urteil verkündet

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Von: Jens Joachim

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Die Verteidiger Björn Seelbach (r.) und Christian Kunath haben zu Beginn des Sicherungsverfahrens gegen eine 33-jährige frühere Studentin der TU Darmstadt im alten Schwurgerichtssaal des Landgerichts Darmstadt Platz genommen.
Die Verteidiger Björn Seelbach (r.) und Christian Kunath haben zu Beginn des Sicherungsverfahrens gegen eine 33-jährige frühere Studentin der TU Darmstadt im alten Schwurgerichtssaal des Landgerichts Darmstadt Platz genommen. © Jens Joachim

Eine frühere Studentin der Technischen Universität Darmstadt hat den Giftanschlag im Institut für Materialwissenschaften auf dem Campus Lichtwiese der TU im August 2021 gestanden. Sie wird nun laut dem am Dienstagmittag verkündeten Urteil des Darmstädter Landgerichts in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

+++ 13.30 Uhr: Bereits am achten Verhandlungstag ist im Sicherungsverfahren um den Giftanschlag auf dem Außencampus Lichtwiese der Technischen Universität (TU) Darmstadt das Urteil verkündet worden. Die elfte Strafkammer des Landgerichts Darmstadt ordnete am Dienstagmittag die Unterbringung der Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Die 33-jährige Frau aus Mainz, die seit 2017 Materialwissenschaften an der TU Darmstadt studiert hatte, leidet nach Ansicht von Ärzten an einer paranoiden Schizophrenie leidet. Sie hatte am vergangenen Verhandlungstag über ihren Anwalt ein Geständnis abgelegt. Das Urteil entspricht der Forderung der Darmstädter Staatsanwaltschaft und eines von zwei Pflichtverteidigern der Frau. Der zweite Verteidiger hatte - im Sinne der Beschuldigten - eine ambulante Behandlung beantragt.

Giftanschlag an der TU Darmstadt: Plädoyers und Urteil werden erwartet

Update vom 6. Dezember, 8.45 Uhr: Im Sicherungsverfahren um den Giftanschlag auf dem Außencampus Lichtwiese der Technischen Universität (TU) Darmstadt werden voraussichtlich an diesem Dienstag von 9 Uhr im alten Schwurgerichtssaal des Darmstädter Landgerichts die Plädoyers gehalten und möglicherweise auch das Urteil verkündet. Die Beschuldigte, eine ehemalige TU-Studentin aus Mainz, die nach Ansicht von Ärzten an einer paranoide Schizophrenie leidet, legte am vergangenen Verhandlungstag ein Geständnis ab.

Die 33-Jährige hatte zugegeben, am 23. August vergangenen Jahres eine Mixtur aus Chemikalien, die offenbar aus einem Labor des Instituts für Materialwissenschaften stammten, in Wassertanks von Kaffeemaschinen, angebrochenen Milchtüten sowie in ein Glas Honig gefüllt zu haben. Die Beschuldigte bestritt den Vorwurf des versuchten Mordes. Sie habe den TU-Angehörigen, von denen sie sich verfolgt fühlte, „eine Lektion erteilen“ wollen, äußerte ihr Verteidiger. Die Chemikalien hatten sieben Angehörige der TU beim Trinken von Kaffee und Tee zu sich genommen. Ein Wissenschaftler geriet nach dem Konsum kurzzeitig in Lebensgefahr.

Giftanschlag an der TU Darmstadt: Beschuldigte legt Geständnis ab

Erstmeldung vom 29. November, 22:29 Uhr: Im Sicherungsverfahren wegen des Giftanschlags in einem Gebäude der Technischen Universität (TU) Darmstadt auf dem Campus Lichtwiese der TU hat die Beschuldigte am Dienstag ihr Schweigen gebrochen und ein Geständnis abgelegt. Die 33-jährige frühere Studentin der Materialwissenschaften hatte bislang zu den Vorwürfen geschwiegen.

Die Frau ließ über ihren Verteidiger Björn Seelbach eine Einlassung zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft verlesen. Sie habe zwar in dem Institutsgebäude der TU an der Alarich-Weiss-Straße Chemikalien in Getränke gemischt, jedoch niemanden töten wollen.

Giftanschlag in Gebäude der TU Darmstadt: Beschuldigte legt Geständnis ab

Rechtsanwalt Seelbach sagte, seine Mandantin habe im Sommer 2021 ihre Wohnung in Mainz zunehmend gemieden, weil sie sich von anderen Menschen „ausspioniert, verfolgt und bedroht gefühlt“ habe. Ihren vermeintlichen „Verfolgern“ an der TU habe sie „eine Lektion erteilen“ wollen.

Sie sei davon ausgegangen, dass eine Einnahme des in der Giftmischung verwendeten Bromanilins keine lebensbedrohliche Gefahr darstelle. Seine Mandantin habe „keinesfalls die Absicht gehabt“, Menschen zu töten oder dauerhaft zu schädigen, sagte der Rechtsanwalt.

Verfahren in Darmstadt: Beschuldigte leidet an paranoider Schizophrenie

Sieben Menschen, die unterschiedliche Getränke zu sich genommen hatten, die mit einer Chemikalienmischung kontaminiert waren, mussten am 23. August vorigen Jahres wegen Vergiftungssymptomen behandelt werden. Ein Mann schwebte kurzzeitig in Lebensgefahr. Bei dem Giftanschlag auf Angehörige der TU waren nach Angaben von Gutachtern sechs verschiedene Chemikalien verwendet worden und in Wassertanks von Kaffeemaschinen, in H-Milch und Honig gefüllt.

Sie habe sich mit ihrer Aussage „einen großen Dienst erwiesen“, kommentierte der Vorsitzende Richter Volker Wagner die Einlassung der Beschuldigten. Ein Gutachter geht davon aus, dass die Frau an einer paranoiden Schizophrenie leidet und zum Zeitpunkt der Tat schuldunfähig war.

Giftanschlag an Uni in Darmstadt: Verfahren endet früher

Erstmeldung vom 24.11.2022, 18.15 Uhr: Das Sicherungsverfahren vor dem Landgericht Darmstadt gegen eine 33-jährige frühere Studentin der Technischen Universität (TU) Darmstadt wegen versuchten Mordes wird schon vor Weihnachten enden. Das hat der Vorsitzende Richter Volker Wagner am Dienstag zum Abschluss des sechsten Verhandlungstags angekündigt. Ursprünglich waren Verhandlungstermine bis Anfang Februar angesetzt worden.

Der 33-jährigen Mainzerin wirft die Staatsanwaltschaft versuchten Mord vor. Bei der Tat am 23. August 2021 hatten sieben Mitglieder der TU Vergiftungserscheinungen gezeigt. Ein Mann schwebte zeitweise in Lebensgefahr. In Milchtüten, Wasserbehältern und Lebensmitteln war eine toxische Substanz nachgewiesen worden. Die Staatsanwaltschaft fordert, die Beschuldigte wegen einer paranoiden Schizophrenie in einer psychiatrischen Klinik unterzubringen.

Giftanschlag in Gebäude der TU Darmstadt: Beschuldigte kaufte Dietrich-Set

Ein Psychiater sagte am Dienstag, 22. November, aus, die Beschuldigte habe ihm gesagt, sie habe „mit der Sache nichts zu tun“. Das Gericht schaute sich am Dienstag Video-, Bild- und Audiodateien an, die von der Festplatte eines Computers der Beschuldigten stammen.

Offenbar hatte sie monatelang zig Namensschilder an Türen, Klingeln und Briefkästen abfotografiert, sich ein Dietrich-Set gekauft und recherchiert, wie man in Gebäude einbrechen kann, deren Türen mit Transpondern verschlossen sind, Schlösser, die auch an der TU eingebaut sind. (Jens Joachim)

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