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Belastungszeugin unter Druck

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Justizia wacht am Römer in Frankfurt. (Symbolbild)
Justizia wacht am Römer in Frankfurt. (Symbolbild) © ddp

Im Prozess gegen drei mutmaßliche Drogenhändler haben die Verteidiger vor dem Darmstädter Landgericht versucht, die Glaubwürdigkeit einer wichtigen Belastungszeugin zu erschüttern. Die Frau wurde aus dem Publikum heraus zudem mit Beleidigungen überschüttet.

Im Prozess gegen den selbst ernannten „Bürgermeister von Eberstadt“ und zwei weitere Männer wegen Rauschgifthandels haben die Verteidiger am Dienstag versucht, die Glaubwürdigkeit einer wichtigen Belastungszeugin zu erschüttern.

Die 37 Jahre alte Eberstädterin war nach eigenen Angaben Zeugin von umfangreichen Rauschgiftgeschäften in der Wohnung ihres ehemaligen Lebensgefährten, der sie geschlagen und in Anwesenheit ihrer Kinder sogar mit dem Tod bedroht haben soll.

Der Peiniger lebt nicht mehr. Er wurde im Mai 2012 auf der Anlage der TG Bessungen erschossen. Die Hintergründe der Tat sind nie vollständig aufgeklärt worden; der Mörder wurde jedoch ermittelt und 2013 zu zehn Jahren Haft und Einweisung in die Psychiatrie verurteilt.

Seit Mitte Januar müssen sich nun drei mutmaßliche Geschäftspartner des toten Drogenhändlers vor dem Landgericht Darmstadt verantworten. Einer der 25 bis 31 Jahre alten Männer gefiel sich darin, als „Bürgermeister von Eberstadt“ bezeichnet zu werden. Der Mann ist auch wegen Zuhälterei angeklagt.

Die 37-Jährige ist eine wichtige Belastungszeugin. Sie benannte die drei Angeklagten als aktive Teilnehmer an den Drogengeschäften. Die Verteidiger der Beschuldigten bemühten sich am Dienstag nach Kräften, die Glaubwürdigkeit der Frau zu erschüttern – mit mäßigem Erfolg.

Die Aussagen der Zeugin wurden im Gerichtssaal von mehreren Zuschauerinnen aus dem Umfeld der Angeklagten mit Beleidigungen kommentiert. Die Zeugin wird von der Opferschutz-Organisation Weißer Ring betreut. Ein Mitarbeiter erklärte gestern am Rande des Prozesses, er habe bei einem vorangegangenen Gerichtstermin gehört, wie die Eberstädterin von weiblichen Angehörigen der Angeklagten beleidigt und bedroht wurde. Gegen die Frauen sei deswegen Anzeige erstattet worden.

Der Prozess wird am 16. Februar fortgesetzt. (bad)

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