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Beim Waldbrand in Münster hat die Brandschneise funktioniert

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Von: Annette Schlegl

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Der verkohlte Waldboden muss gekühlt werden, damit er sich nicht wieder entzündet.
Der verkohlte Waldboden muss gekühlt werden, damit er sich nicht wieder entzündet. © Annette Schlegl

Im Wald in Münster brennt es immer noch. Das Feuer breitet sich aber nicht mehr aus – auch dank der Brandschneise, die im Vorjahr ins Holz geschlagen wurde.

Rund 450 Feuerwehrkräfte gleichzeitig bekämpfen aktuell in mehreren Schichten einen Großbrand, der am Samstag gegen 13 Uhr in Münster (Kreis Darmstadt-Dieburg) nahe eines alten Munitionsgeländes gemeldet wurde. 250 000 Quadratmeter Wald sind dort verbrannt. Der Einsatz der Wehren werde wohl noch bis zum Wochenende nötig sein, sagt der stellvertretende Kreisbrandinspektor Matthias Maurer-Hardt. Nach wie vor ist der Personaleinsatz immens, obwohl sich das Feuer nicht mehr ausbreitet. Inmitten der verkohlten Waldfläche brenne es weiter, erklärte er am Dienstag. Glutnester im Waldboden werden immer wieder durch Wind angefacht.

Schon im Jahr 2019 waren im Wald bei Münster-Breitefeld rund 300 Feuerwehrleute im Einsatz, um ein Feuer zu löschen. Damals standen 40 000 Quadratmeter in Flammen – allerdings sehr nah am abgesperrten Gelände der ehemaligen Munitionsanstalt (Muna) aus dem Zweiten Weltkrieg, dem sogenannten Muna-Gelände. Dort entwickelt der Bundesforstbetrieb Schwarzenborn der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben seit 2009 ein Naturschutz- und Artenschutzprojekt.

Aus dem damaligen Feuerwehreinsatz zog man Lehren: Im Vorjahr wurde in der zugänglichen Waldabteilung der Gemeinde Münster eine große Brandschneise angelegt, die verhindern soll, dass Flammen auf das abgesperrte Muna-Gelände überspringen. Die Schneise ist zehn Meter breit und mehr als einen Kilometer lang und hat vier Ausweichflächen für große Fahrzeuge. „Der jetzige Großbrand war sozusagen die erste Bewährungsprobe für die Brandschneise“, sagt Maurer-Hardt. „Und sie hat funktioniert, die Flammen sprangen nicht über.“ Damit sind auch die Wisente und Przewalski-Pferde außer Gefahr, die 2020 auf dem Muna-Gelände angesiedelt wurden.

Aktuell können die Feuerwehrleute den Großbrand nur von den Waldwegen aus löschen und den verbrannten Waldboden von dort herunterkühlen. Das unwegsame Gelände können sie nicht betreten, weil noch Munitionsreste vermutet aus dem Zweiten Weltkrieg werden. Die Wehrmacht hatte damals die Munitionsanstalt zur Produktion von Luftwaffenmunition errichtet, die sie in oberirdischen Bunkern lagerte. Als die amerikanischen Truppen anrückten, sprengte die Wehrmacht die meisten Bunker in die Luft. Munitionsreste flogen umher und liegen dort trotz Kampfmittelräumung zum Teil immer noch im Waldboden. Hubschrauber der Polizei und Bundeswehr löschen deshalb die Glutnester des Großbrands.

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