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Behördensitz im Einkaufszentrum in Darmstadt

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Von: Annette Schlegl

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Im zweiten Stock des Einkaufszentrums wurde eine große, helle Schalterhalle geschaffen.
Im zweiten Stock des Einkaufszentrums wurde eine große, helle Schalterhalle geschaffen. © ROLF OESER

In Darmstadt ist das Bürger- und Ordnungsamt ab sofort im Luisencenter zu finden. Die Stadt hat in dem Einkaufszentrum vier Stockwerke gemietet.

Wer in Darmstadt umzieht, einen neuen Ausweis braucht oder seinen Pass verlängern will, geht oder fährt ab sofort mitten in die City zum Luisencenter. Dort hat die Stadt am Montag das neue Bürger- und Ordnungsamt eröffnet. Vier Stockwerke wurden im Nordteil des Einkaufstempels gemietet und in eineinhalb Jahren hell und modern zum „Dienstleistungszentrum“ ausgebaut.

Insgesamt 4467 Quadratmeter des Einkaufszentrums werden von der Stadt belegt, für die pro Monat 82 000 Euro an Mietkosten anfallen. Das sei aber immer noch günstiger, als neu zu bauen, so Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne). Außerdem liege das neue Amt nun am zentralen Platz der Stadt, mit Haltestellen des ÖPNV und Parkmöglichkeiten unter dem Gebäude.

Der Mietvertrag wurde mit dem Eigentümer, einer Fondsgesellschaft, im Juli 2019 über eine Laufzeit von vorerst 20 Jahren abgeschlossen. Im November 2021 fiel die erste Mietzahlung an, nachdem die vier Stockwerke unter Projektsteuerung des Immobilienunternehmens Jones Lang LaSalle (JLL) für einen zweistelligen Millionenbetrag umgebaut wurden. Die Stadt beteiligte sich an den Umbaukosten mit 3,5 Millionen Euro.

Endlich habe Darmstadt ein repräsentatives, fortschrittliches und gut ausgestattetes Zentrum für viele Anliegen der Bürger und Bürgerinnen, freute sich Oberbürgermeister Partsch bei der Eröffnung. Angesichts der außergewöhnlichen Architektur schwärmte er, dass hier der „Spirit der City of Science“ sichtbar sei – ganz anders als beim bisherigen Standort in der Grafenstraße.

Die Rolltreppe führt die Bürger und Bürgerinnen ins zweite Obergeschoss des Luisencenters, wo sie zuerst eine große, helle Wartehalle mit langen türkisfarbenen Sitzbänken, Tischen und Stehpulten betreten. Auffällig ist das von einem Architekten designte grafische Muster der Wände, das Partsch als „Pixelstruktur“ bezeichnete. Die Halle biete künftig auch Kapazitäten für kleinere Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung, sagte er. Über einen Außenlift sind die neuen Räume auch für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen erreichbar.

Mitarbeiter am Infoschalter stehen in der Eingangshalle für den Erstkontakt zur Verfügung. Bildschirme zeigen den Wartenden, an welchem der 16 offenen Schalterarbeitsplätze – statt bisher zehn Plätzen in den Räumen in der Grafenstraße – ihr Anliegen bearbeitet wird. In einem Nebenraum wurden außerdem drei Selfserviceterminals aufgestellt, die sogar biometrische Fotos aufnehmen und Fingerabdrücke abnehmen können. An eine Kinderecke wurde im zweiten Stockwerk ebenfalls gedacht.

Im dritten Stock befindet sich das Büro der Bürgerbeauftragten, des Schiedsmanns und des Ortsgerichts. Im vierten Stockwerk ist die Ausländerbehörde untergebracht – ebenfalls mit Wartebereich und Bildschirmen. In Etage fünf sitzt die Amtsleitung.

Bürger:innen erhalten jetzt mehr Termine. Statt an bisher 28 Stunden wird jetzt an 39 Stunden gearbeitet – und zwar mittwochs und freitags ab 7 Uhr morgens, dienstags bis 18 Uhr und donnerstags bis 18.30 Uhr.

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