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Ein Bayer in Hessen

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Der Landtagsabgeordnete Manfred Pentz steht zu dem früheren TV-Kommissar.
Der Landtagsabgeordnete Manfred Pentz steht zu dem früheren TV-Kommissar. © karl-heinz bärtl

Der Schauspieler Charles M. Huber ist als Henry Johnson aus der Krimiserie "Der Alte" bekannt. Jetzt macht er auch Politik und gibt sich als CDU-Bundestagskandidat zuversichtlich.

Heute Abend soll er in Darmstadt für die Bundestagswahl im kommenden Jahr nominiert werden. Am Tag davor frühstückt CDU-Kandidat Charles Mohamed Huber (56) beim CDU-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Manfred Pentz (32) in Groß-Zimmern. 40 Minuten dauere seine Rede, mit der er die Wahlkreiskonferenz in der Orangerie von sich überzeugen will, sagt der Mann, den viele als Kommissar Henry Johnson in der TV-Krimiserie „Der Alte“ in Erinnerung haben.

Nun ist Huber ja nicht als Schauspieler, sondern als Politiker unterwegs. Aber allein seine Gestik zeigt, dass er seine Rolle spielen kann. Der weltoffene und wortgewandte Bayer hat auch keine Probleme mit der südhessischen Umgebung, bezeichnet sie als „gefühlte Heimat“. Er habe sich mit dem Profil des „intellektuell anspruchsvollen“ Darmstadt auseinandergesetzt. Aber eine Wohnung hat er sich an der südlichen Kreisgrenze in Balkhausen genommen, ist im Haus des parteilosen Seeheim-Jugenheimer Bürgermeisters Olaf Kühn untergekommen.

Kandidatenkür heute Abend

Manfred Pentz hat an der Auswahl des Kandidaten seinen Anteil, hatte sich von Anfang für die Idee begeistert, mit Charles M.?Huber gegen die SPD-Abgeordnete und frühere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries zu punkten. „Die 45 Stimmen, die Andreas Storm zum direkten Einzug in den Bundestag gegen Zypries fehlten, hole ich“, gibt sich Huber betont zuversichtlich.

Wer ihn kennt, weiß, dass Huber Perfektionist ist, nichts dem Zufall überlässt. „Seine unheimliche Fleißarbeit und Konzentration als Regisseur, seine Geduld und Genauigkeit beeindrucken mich an ihm“, gesteht Pentz.

Dass der CDU-nahe Huber bei seinem ersten politischen Anlauf im vergangenen Jahr im Münchner Wahlkreis strauchelte, sieht er nicht als Makel. Das Gerangel um Positionen tue einer Partei nicht gut, sagt er. Kann sein, dass seine Art, sich „vor Kritik nicht zu drücken“, dem einen oder andere Bazi an der Isar nicht schmeckte. „Wer mich politisch wahrnehmen wollte, hat mich wahrgenommen“, stellt er selbstbewusst fest.

Und er sei „nicht bekannt dafür, alles anzunehmen, was da angeboten wird“. Er habe als Schauspieler durchaus auch Drehbücher abgelehnt. Doch als der Ruf aus Darmstadt kam, sah der gelernte Zahntechniker Huber seine Chance, seine politische Laufbahn in Hessen erfolgreicher zu gestalten.

Huber sieht sich nicht als Migrant, sondern als Weltbürger. Und: „Ich bin der Huber und aus Bayern.“ Katholisch, mit unüberhörbar bayerischem Akzent, sieht der als Karl-Heinz geborene Mann seine dunkle Hautfarbe als Selbstverständlichkeit an, über die er nicht mehr reden will. Sein Geständnis, er habe die Welt gesehen, „aber kein Land, das mir lieber ist als Deutschland“, ist die Liebeserklärung eines Mannes, der seine neue Aufgabe in der Politik positiv angeht.

Es sei manchmal gar nicht so schlecht, von außen zu kommen, um neue Wege zu beschreiten. Für Bayern wäre das auch mal ganz gut, wenn mal einer „von draußen dazukäme“.

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