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Baubeginn könnte sich verzögern

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Noch immer gibt es kein Planungsauftrag für den Neubau des Nordbads in Darmstadt. Kritik kommt von den Schwimmern.

Der Tag des Termines mit der Interessengemeinschaft (IG) Nordbad ist symptomatisch. Das Wasser im Freibad ist deutlich zu kalt, ein technischer Defekt sorgt dafür, dass nur mit halber Kraft geheizt wird. Kein Tag für sensible Schwimmer, aber auch keine Ausnahme. Die Technik des Nordbads ist veraltet, weshalb die IG Nordbad fordert, „endlich einen Planungsauftrag für den Neubau zu erteilen“, sagt Thomas Kipp, Schriftführer bei der IG und Vorsitzender des Schwimmvereins DSW 1912. Dass der Verein, dem die Außenbecken gehören, nun Druck macht, kommt nicht von ungefähr. Denn offenbar verschiebt sich der Zeitplan des Neubaus. Kipp, selbst Diplom-Ingenieur einer Hochbaufirma, vermisst die Umsetzung des Architektenwettbewerbs.

Noch Ende Januar hatte Sportdezernent und Bürgermeister Rafael Reißer von einem Baubeginn bis Ende des Jahres gesprochen. Kipp meint, die Stadt habe ein halbes Jahr an Zeit verloren, der Termin sei nicht zu halten. Nach aktueller Auskunft Reißers arbeite „das Planungsteam unter Federführung des Eigenbetriebs Immobilienmanagement an der Erstellung der Entscheidungsvorlage für die städtischen Gremien“. Bereits Ende Januar hatte Reißer angegeben, dass an der Bauvorlage gearbeitet werde. Seither sind vier Monate vergangen.

17 Millionen Euro im Haushalt

Bis zu den Sommerferien soll nun über die Vorlage in der Stadtpolitik abgestimmt werden. Die Frage, inwieweit sich der Baubeginn nun verschiebt, lässt Reißer auch auf Nachfrage unbeantwortet. Man werde zuerst, Anfang Juli, die städtischen Gremien Infomieren. Das gilt auch für die Frage, inwieweit das Nordbad teurer wird als geplant. Im Haushalt stehen 17 Millionen Euro bereit. Diese 17 Millionen Euro spiegelten einen Pauschalbetrag wieder, der anhand eines technischen Indizes erstellt worden sei. Über den Gesamtumfang an Leistung und Preis entschieden letztlich aber die städtischen Gremien. Aus der schriftlichen Antwort des Bürgermeisters lässt sich herauslesen, dass durch den Architektenwettbewerb und „zusätzliche Synergie- und Funktionsmodule“ Wünsche hinzugekommen sind, die das Bad teurer machen könnten. Zum Beispiel der Therapiebetrieb. Eine Angabe der mutmaßlichen Mehrkosten? Fehlanzeige.

Ob eine weitere Forderung der IG Nordbad erfüllt wird, ist ebenfalls unklar. Noch Ende Januar hatte Reißer gesagt, dass der Neubau auf der Nordseite des Bades entstehen soll, sodass das alte Bad bis zur Fertigstellung des neuen weiter genutzt werden kann. Doch nun ist die Aufrechterhaltung des Betriebs nicht mehr mit einem klaren Ja versehen: „Der Schwimmbetrieb kann auch während der Neubauphase durch die mögliche, aber teure Aufteilung in einen ersten und zweiten Bauabschnitt sowie durch eine weiterlaufende Instandhaltung sichergestellt werden“, lautet die schriftliche Antwort Reißers. Der Verweis auf die „teure Aufteilung“ signalisiert zumindest, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Auch dies wird am Ende das Stadtparlament entscheiden müssen.

Für den DSW-Vorsitzenden alternativlos

Doch für den DSW-Vorsitzenden ist diese Frage alternativlos: „Der Schwimmbetrieb im 50-Meter-Becken muss erhalten bleiben.“ Thomas Kipp und der IG Nordbad-Vorsitzende Michael Schwalm zählen auf, wie bedeutend das in die Jahre gekommene Schwimmbad ist. 18 Vereine und Betriebssportgruppen nutzen das Bad – sowohl im Sommer als auch im Winter. Im Bad trainieren auch viele Leistungssportler, unter anderem Schwimmweltmeister und Olympiateilnehmer Marco Koch. Die Sorge des DSW ist: Je länger das Bad nicht neu gebaut wird, desto anfälliger ist die Technik in dem Bad aus den 70er Jahren. Zahlreiche Reparaturen hätte man sich sparen können, wäre der Neubau des Bads früher in Angriff genommen worden, ist sich Diplom-Ingenieur Kipp sicher. „Die Technik ist kaum noch zu warten.“ (ers)

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