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Barrierefreiheit mit Vorzeigecharakter

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Im Martinsviertel soll als Modellprojekt ein modernes Gesundheitswesen erprobt werden.

Darmstadt wird Modellregion des Landes Hessen in Sachen Barrierefreiheit. Eine entsprechende Zielvereinbarung mit dem Fokus Gesundheitswesen unterzeichneten der hessische Sozialminister Stefan Grüttner und Sozialdezernentin Barbara Akdeniz.

Seit 2013 hat das hessische Sozialministerin ausgewählte Landkreise und Kommunen mit insgesamt 1,5 Millionen Euro dabei unterstützt, konkrete Maßnahmen zur Barrierefreiheit zu definieren und umzusetzen. Jede der bislang zwölf Modellregionen setzt dabei einen eigenenSchwerpunkt. So hat Wiesbaden das Augenmerk auf die Verwaltung gelegt, der Lahn-Dill-Kreis auf das Sport- und Vereinsleben und der Landkreis Limburg-Weilburg auf die Religionsausübung. Drei weitere Regionen kommen nun hinzu: Neben Frankfurt und dem Rheingau-Taunus Kreis ist Darmstadt mit dabei. Hier soll speziell das Gesundheitswesen aus dem Blickwinkel von Menschen mit Behinderung betrachtet werden. Dazu erhält Darmstadt in den nächsten zwei Jahren insgesamt 100 000 Euro.

Schritt zur inklusiven Stadt

Den entsprechenden Bewilligungsbescheid übergab Sozialminister Grüttner im Alice-Hospital an Stadträtin Barbara Akdeniz. Der Ort war nicht zufällig gewählt. Man werde, so führte Akdeniz mit Blick auf das unmittelbar angrenzende Martinsviertel aus, bei der Weiterentwicklung eines barrierefreien Gesundheitswesens den Fokus auf das Martinsviertel legen und auf den bereits gemachten Erfahrungen beim Projekt „Inklusives Martinsviertel“ aufbauen.

Konkret geplant ist die Einrichtung einer Koordinierungsstelle, eine Kick-off-Veranstaltung und eine Befragung zu den Bedürfnissen und Anliegen von Menschen mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen. Ein Runder Tisch werde den Prozess kontinuierlich begleiten, heißt es weiter „Da Menschen mit Behinderung ja keine homogene Gruppe sind, und wir zugleich ein sehr komplexes Thema behandeln, ist es gut, wenn wir uns zunächst auf ein Quartier konzentrieren“, begründete Akdeniz die räumliche Schwerpunktsetzung. Das heiße aber nicht, dass als positiv erachtete Maßnahmen nur im Martinsviertel umgesetzt würden. Das Projekt sei ein wichtiger Schritt zur inklusiven Stadt. Auch werde man alle relevanten Institutionen – von stationären und ambulanten Versorgungseinrichtungen bis hin zur Kassenärztlichen Vereinigung – einbeziehen.

Gerade das Konzept, unterschiedliche Bereiche miteinander zu vernetzen, sowie die Orientierung an den Bedürfnissen der Betroffenen, sei letztlich überzeugend gewesen, begründete Grüttner die Entscheidung für Darmstadt als Modellregion. Von den hier gewonnenen Erkenntnissen sollen dann auch andere Städte und Gemeinden profitieren. (wka)

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