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Bangen um das Heag-Häuschen

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Das Heag-Haus ist fertig saniert  ?  bis auf die öffentliche, marode  WC-Anlage.
Das Heag-Haus ist fertig saniert ? bis auf die öffentliche, marode WC-Anlage. © Guido Schiek

Trotz Sanierung ist die Zukunft des Arheilger Jugendtreffs im alten Trafohaus ungewiss. Noch sei nichts entschieden, sagt Sozialdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne).

Nur ein paar Wochen ist es her, dass der neue Brunnen auf dem Platz vor dem Arheilger „Goldnen Löwen“ eingeweiht wurde, selbstverständlich mit einer wunderschönen Löwenskulptur als Zierde – geschaffen von dem Darmstädter Bildhauer Detlef Kraft. Weniger schön allerdings ist der Blick vorbei an dem friedlich anmutenden Löwen zum Heag-Häuschen, das sich auf der Nordseite nach wie vor wenig ansehnlich präsentiert. Von dem früheren Trafohaus waren die Straßenbahnen früher mit Strom versorgt worden.

„Die öffentlichen Toiletten sind nach wie vor nicht nutzbar und in desolatem Zustand“, sagt Michael Jeder vom Arheilger Stadtteilverein. Zwar sei die Tür gen Norden ansehnlich, die Fassade allerdings in keinem ordentlich Zustand. Etliche Backsteine sind kaputt, die Stahltüren zu den Toiletten provisorisch abgeklebt, die Wand ist zum Teil beschmiert.

WC-Anlagen Ende 2014 fertig

Als Michael Jeder bei der Brunneneinweihung im September Baudezernentin Brigitte Lindscheid (Grüne) auf diese Missstände hinwies, habe sie nur gesagt: „Sie haben Recht.“ Passiert sei seitdem aber nichts, so Jeder, obwohl dafür seines Wissens Mittel im Rahmen der Baumaßnahme „Neue Wege für Arheilgen“ eingeplant gewesen seien.

„Es geht demnächst weiter“, verspricht hingegen Sigrid Dreiseitel von der städtischen Pressestelle. Zwar sei die Sanierung des Heag-Häuschens abgeschlossen, die der öffentlichen WC-Anlagen aber stünde noch an. Es müssten noch neue Leitungen verlegt und Stahlträger eingezogen, im nächsten Schritt dann Wände verputzt und neue WC-Anlagen eingebaut werden. Kosten: 30 000 Euro. Bis Ende 2014 soll dies passiert sein.

Schon im Frühling hingegen soll der neue Vollversorger eröffnen, der zurzeit in den ehemaligen Heag-Hallen und in Form eines Neubaus sichtbare Formen annimmt. „Da wäre es doch schön, wenn das Heag-Häuschen auch fertig wäre“, so Jeder.

Wichtige Anlaufstelle für junge Leute

WC-Anlagen hin oder her: Die derzeitigen Nutzer des Heag-Häuschen sind froh, dass sie ihr Jugendzentrum wieder nutzen können. Nach der 125 000 Euro teuren Sanierung stehen ihnen die Räume im Jugendhaus an fünf Tagen pro Woche ab 14 Uhr zur Verfügung. Dort können die Arheilger Jugendlichen Freunde treffen, Musik hören oder Billard spielen. Es werden Filmabende, Discos und Ausflüge organisiert – und donnerstags ein „Teenie-Tag“ für Zehn- bis 14-Jährige.

„Wir sind eine wichtige Anlaufstelle für junge Leute, die nirgends angedockt sind“, sagt Conny Benz, Vorsitzende des Trägervereins Heag-Häuschen. Sie bangt jedoch um die Zukunft des Jugendtreffs in der Frankfurter Landstraße, der mittelfristig geschlossen werden soll. Wenn der lang geplante Neubau eines Jugendhauses in der Messeler Straße fertig ist, soll das Heag-Häuschen dort integriert werden.

„Wir brauchen in Arheilgen aber dringend zwei Jugendhäuser“, sagt Conny Benz. Die Messeler Straße sei für die Nutzer des im Ortskern gelegenen Heag-Häuschens viel zu weit entfernt, auch sei die Zahl der Kinder und Jugendlichen im Arheilger Westen durch Neubaugebiete stark gewachsen. „Eine Schließung ist daher für uns undenkbar.“

Noch nichts entschieden

Noch sei nichts entschieden, sagt Sozialdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne). Im Rahmen der Neustrukturierung der Kinder- und Jugendarbeit habe man einen Bericht verfasst, der nun an den Magistrat übergeben werde. „Die Beschäftigten der Jugendhäuser werden auf der Basis dieses Berichtes ihre pädagogischen Ziele für die weitere Arbeit definieren.“ Im Vordergrund stehe dabei ein „präventives, ansprechendes, an den Lebensverhältnissen der Kinder und Jugendlichen der Stadtteile angepasstes Angebot“. In die weitere Betrachtung hinsichtlich der Zukunft des Heag-Häuschens werden auch die Ergebnisse des Partizipationsprozesses in Arheilgen einbezogen, so die Sozialdezernentin. an

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