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Bald wird mit Aussicht geforscht

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Architektin Annette Hochberg und TU-Kanzler Manfred Efinger auf der Baustelle im De-La-Fosse-Bau.
Architektin Annette Hochberg und TU-Kanzler Manfred Efinger auf der Baustelle im De-La-Fosse-Bau. © Claus Völker

Die Technische Universität Darmstadt saniert das Schloss: Ein Besuch auf der Baustelle. Der Einzug in das historische Gebäude ist für das Jahr 2016 geplant.

Bei der Schlosssanierung kommt die Technische Universität Darmstadt (TU) zügig voran. In den vergangenen Wochen entfernten die Handwerker 400 Tonnen Stahl aus dem De-la-Fosse-Bau. Architektin Annette Hochberg spricht von einem „Meilenstein“ bei der aufwendigen Sanierung des Residenzschlosses – dem größten derartigen Projekt, das die TU jemals gestemmt hat.

Jahrzehntelang hatten Hängeregale voller Bücher den Blick auf drei riesige Räume versperrt. Diese präsentieren sich nun in ihrer ganzen Größe und mit einer „großartigen Aussicht“, schwärmt TU-Kanzler Manfred Efinger bei einem Gang über die Baustelle. Mit jeweils rund sechs Meter Raumhöhe und 510 Quadratmeter Fläche, die sich durch das Einziehen einer Decke noch verdoppeln, werden die Magazinräume nun in Büros für Universitätsmitarbeiter umgebaut.

Licht fällt von beiden Seiten durch fast raumhohe Fenster in die Räume, die einen grandiosen Blick auf Markt- oder Luisenplatz freigeben. „Typische Barockfenster“, die lediglich saniert und mit Doppelglas versehen werden, sagt Hochberg. Die wertvollen, schützenswerten Schmuckstücke aus Eiche seien nach außen verkittet, nur eines oder zwei Elemente der historischen Sprossenfenster sind nach innen zu öffnen.

Dies wird auch nach dem Umbau wieder möglich sein, denn die Büros werden jeweils in einem Abstand von 1,50 Meter von den Fensterfronten eingerichtet.

Aufwendige Bestandsaufnahme

Bevor als nächstes die Haustechnik überholt wird, müssen noch zwei große Treppenaufgänge beseitigt werden, die derzeit als Solitär im Raum stehen und vorhandene Treppenhäuser um Rettungswege ergänzt oder verlängert werden.

Neben der Präsidialabteilung, die derzeit noch im TU-Hochhaus sitzt, wird der Fachbereich Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften in den De-la-Fosse-Bau ziehen. Die Präsidialabteilung erhält den Westflügel und wird in der Beletage ihre Repräsentationsräume einrichten. All den Arbeiten sei eine aufwendige Bestandsaufnahme vorangegangen, da es keine historischen Pläne gab.

Was nicht zu sehen, aber dafür umso aufwendiger ist: die Instandsetzung der Fundamente von Glocken- und Kirchenbau sowie des De-la-Fosse- und des Herrenbaus. Zu 80 Prozent sind die Arbeiten abgeschlossen. „Trickreich“ sei diese Ausbesserung gewesen, sagt Hochberg und lobt die Zusammenarbeit mit dem Darmstädter Statikbüro Kleinhofen und Schulenberg. Man habe eine Technik entwickelt, Hohlräume unter dem Fundament mit einem fließfähigen Beton aufzufüllen und so die Gründung zu stabilisieren.

Während das Ende des Ausbaus des De-la-Fosse-Baus Ende 2016 geplant ist, werden andere Teile des Altschlosses wohl schon in diesem Jahr bezugsfertig sein. Das Schlossmuseum soll im Herbst an die Museumsplaner übergeben werden. Fertig saniert sind schon das Wallhäuschen, der östliche Teil des Schlossgrabens sowie der Teepavillon im Norden. Im Frühsommer 2016 hofft die TU, Teile des Herrenbaus nutzen zu können. (an)

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