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Bahnhofsgebäude bleiben marode

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Sanierungsbedürftig ist der Darmstädter Nordbahnhof.
Sanierungsbedürftig ist der Darmstädter Nordbahnhof. © Claus Völker

Wie viel von den 258 Millionen Euro, mit denen in Hessen 93 Bahnhöfe modernisiert werden sollen, in die Stationen in Darmstadt fließt, steht noch nicht fest. Klar ist hingegen schon jetzt: Für die Sanierung maroder Bahnhofsgebäude ist das Geld nicht vorgesehen.

Die Vereinbarung sei lediglich als Angebot an die Kommunen zu verstehen, unter finanzieller Beteiligung von Bahn und Land die Bahn-Infrastruktur zu verbessern, erklärte ein Bahnsprecher. Die Kommunen würden in den kommenden Wochen angeschrieben. Nur wenn sie eigene Mittel beisteuern könnten, werde an den Stationen etwas geschehen.

Fest steht immerhin, dass in Eberstadt etwas geschehen soll: Für dessen Umbau haben Bahn, Stadt und Rhein-Main-Verkehrsverbund bereits im Juni eine Planungsvereinbarung geschlossen. Die Bahnsteige sollen erhöht werden, um die bisher dort nötigen Klimmzüge beim Einsteigen überflüssig zu machen. Geplant sind zudem Aufzüge und ein neuer Zugang zu den Gleisen.

Am Zustand des Eberstädter Bahnhofgebäudes – schmuddelig, abgenutzt, Sperrholzplatten statt Fensterscheiben – wird sich allerdings nichts ändern. Das gilt auch für Süd- und Nordbahnhof.

„Bahnhöfe interessieren keinen mehr“, erläutert ein Bahnsprecher. „Bahnhofsgebäude sind eine Sache aus Kaisers Zeiten. Aber die Zeiten haben sich geändert. Unsere Kunden kaufen ihre Fahrscheine heute im Internet. Die Bahnhöfe haben mit dem Bahnverkehr nichts mehr zu tun.“ Modernisiert werden sollen lediglich die Bahnsteige und ihre Zugänge. Auch elektronische Anzeigetafeln am Bahnsteig werden in Aussicht gestellt.

Kommunen zahlen Eigenanteil

Dass an den Bahnsteigen genug zu tun ist, hat sich zu Jahresbeginn am Nordbahnhof drastisch gezeigt: Ein Stück Bahnsteig war unter einem Fahrgast weggebrochen, der Mann verletzte sich schwer am Knie.

Baudezernentin Brigitte Lindscheid (Grüne), verwies darauf, dass es nicht nur für Eberstadt, sondern auch für den Nordbahnhof Planungen gebe. „Der Vorplatz soll barrierefrei umgestaltet werden.“ Von Komplementärmitteln der Kommunen sei ihr nichts bekannt. „Da hätte die Bahn auch vorher etwas sagen müssen.“ Der Bahnsprecher erklärte dazu, im Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz sei eine Beteiligung der betroffenen Kommunen an Infrastrukturmaßnahmen für den Regionalverkehr vorgesehen.

Auch an den Bahnhöfen in Babenhausen, Bickenbach, Messel und Weiterstadt sollen Bahnsteige, Unterführungen, Treppen und Fahrstühle modernisiert werden.

In Babenhausen sind die Gesamtkosten mit 6,9 Millionen Euro veranschlagt, die Stadt Babenhausen soll 1,1 Millionen Euro davon bezahlen.

In Weiterstadt soll der Umbau etwa drei Millionen Euro kosten, die Stadt soll 750?000 Euro übernehmen. In Messel soll der Umbau 1,5 Millionen Euro kosten, ein Viertel davon soll Messel zahlen. Inklusive Planungskosten käme die Gemeinde auf 500?000 Euro Eigenanteil.

In Bickenbach hat die Bahn ihre Pläne laut Bürgermeister Günter Martini (CDU) noch nicht mitgeteilt. Er gehe aber davon aus, dass die Kommune sich an den Kosten nicht beteiligen muss. Pfungstadt steht nicht auf der Liste der Bahnhöfe, die die Bahn sanieren wird. Die Stadt kann jedoch einen Zuwendungsantrag beim Land stellen. (bad./bach.)

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