Eppertshausen/Messel

Ausweichen in den Nachbarkreis

Nach Eröffnung der Umgehung in Offenthal wird der Verkehr auf der Bundesstraße 486 durch Urberach zunehmen.

Ort des Geschehens ist eigentlich der Landkreis Offenbach. Dort ist bereits Anfang Mai mit dem Planfeststellungsbeschluss Baurecht für die Umgehung des Dreieicher Stadtteils Offenthal geschaffen worden. Dagegen gibt es aber nun Widerstand aus der Nachbarstadt Rödermark, genauer gesagt aus Urberach.

Eine Untersuchung bestätigt, dass der Verkehr auf der Bundesstraße 486 durch Urberach nach Eröffnung der Umgehung in Offenthal zunehmen wird: Von derzeit rund 12 000 Fahrzeugen auf etwa 14 700 pro Tag, wie Markus Schmitt vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Darmstadt erklärt.

Um eine gerichtliche Auseinandersetzung mit Rödermark zu verhindern, die den Bau der Umgehung auf Jahre verzögern könnte, wird über eine Entlastungsmöglichkeit nachgedacht, die durch den Landkreis Darmstadt-Dieburg führt, über Messel und Eppertshausen.

Diese Route wird als K-L-Trasse bezeichnet, weil sie von der Umgehung in Offenthal abzweigt und über die Landesstraße 3317 in Richtung Messel und von dort über die Kreisstraße 180 an der Thomashütte vorbei nach Eppertshausen führt. Dort gibt es über den Erdkautenweg den Anschluss an die B 45.

Wie Landrat Alfred Jakoubek (SPD) informiert, wurde bei einem Gespräch Anfang August im Hessischen Verkehrsministerium, an dem die betroffenen Kommunen sowie die beiden Landkreise beteiligt waren, ein Eckpunkte-Papier präsentiert, das die weitere Vorgehensweise umreißt. "Eine Art Machbarkeitsstudie", sagt Schmitt.

Untersucht werden demnach unter anderem eine Anbindung der K 180 an den Erdkautenweg bei Eppertshausen oder - was Rödermark und Messel bevorzugen würden - direkt an die B 45. Analysiert werden soll auch die Kapazität der Knotenpunkte der B 486 (Umgehung Offenthal) mit der L 3317 sowie der L 3317 mit der K 180 bei Messel. Zudem soll der Zustand der Kreisstraße geprüft werden. Die Frage ist, ob sie den zusätzlichen Verkehr überhaupt aufnehmen kann.

Landrat stellt Bedingungen

Nach Abschluss der Untersuchungen, die nach Unterzeichnung des Eckpunkte-Papiers bis zu einem halben Jahr dauern können, soll eine verbindliche Vereinbarung zur K-L-Trasse getroffen werden. Diese soll Rödermark zur Rücknahme der Klage verpflichten. Grundsätzlich, so Jakoubek, habe der Landkreis bereits seine Zustimmung zum Eckpunkte-Papier signalisiert, fordert aber noch Ergänzungen. So sollen für Messel, Eppertshausen und den Kreis generell keine Kosten entstehen. Zudem soll die Anbindung des Gewerbegebiets Park 45 in Eppertshausen nicht schlechter werden und der Ausbau des Knotenpunkts bei Messel in angemessener Entfernung vom Ortsrand erfolgen.

In Messel gibt es laut Bürgermeister Udo Henke (CDU) bislang keine Bedenken. Sein Amtskollege Carsten Helfmann (CDU) aus Eppertshausen will konkrete Zahlen abwarten, um die Auswirkungen abschätzen zu können. Das Eckpunktepapier war bereits Thema im Bauausschuss und wurde der Gemeindevertretung zur Annahme empfohlen.

(bach)

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