Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Am Amtsgericht Dieburg muss sich der Pfungstädter Bürgermeister verantworten.
+
Am Amtsgericht Dieburg muss sich der Pfungstädter Bürgermeister verantworten.

Dieburg

Aussage zu Doppelmord: Pfungstädter Bürgermeister vor Gericht

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
    schließen

Der Pfungstädter Bürgermeister äußert den Verdacht einer Vorverurteilung im Fall des Doppelmordes von Babenhausen. Jetzt muss er sich wegen des Verdachts der Verletzung von Dienstgeheimnissen verantworten.

Wegen des Verdachts der Verletzung von Dienstgeheimnissen muss sich der Pfungstädter Bürgermeister Patrick Koch (SPD) vor Gericht verantworten. Der Vorwurf reicht in die Zeit vor seine Wahl zum Bürgermeister der südhessischen Kommune zurück, als er bei der Darmstädter Kriminalpolizei arbeitete. Laut Staatsanwaltschaft Darmstadt wird ihm vorgeworfen, über seine Zeit als Polizeibeamter in einer E-Mail an einen Rechtsanwalt, „Interna aus einem Ermittlungsverfahren“ mitgeteilt zu haben.

Hintergrund ist ein Doppelmord im Jahr 2009 in Babenhausen. Der Nachbar der Opfer, Andreas D., wurde 2011 nach einem Indizienprozess wegen des mutmaßlichen Doppelmordes zu lebenslanger Haft verurteilt – beteuert jedoch weiterhin seine Unschuld. Seither kämpft seine Frau für seine Freilassung. Der Versuch eines Wiederaufnahmeverfahrens scheiterte 2019. Eine Beschwerde dagegen wurde 2020 abgelehnt.

Bürgermeister Koch war an Ermittlungen beteiligt

Koch, der zeitweise an den Ermittlungen beteiligt war, wandte sich danach, im Juni 2020, in einer E-Mail an Gerhard Strate, den Rechtsanwalt des Verurteilten. Koch schrieb, dass bei ihm der Eindruck einer Vorverurteilung von Andreas D. vornehmlich durch den damaligen Polizeipräsidenten entstanden sei.

Strate veröffentlichte dieses Schreiben auf seiner Website, was zu einer Anzeige gegen Koch führte. Auf Anfrage der FR sagte Strate dazu am Donnerstag, er sei davon ausgegangen, dass es keinen Einwand von Herrn Koch gegen eine Veröffentlichung gegeben habe. Koch sagte jedoch der FR, die Veröffentlichung sei mit ihm „nicht abgestimmt gewesen und gehe wohl auf ein Missverständnis zurück“. Weiter wolle er sich bis zur Verhandlung nicht äußern. Dem „Darmstädter Echo“ hatte der Politiker zuvor gesagt: „Ein deutsches Gericht sollte alle Dinge, die es braucht, um zu einem gerechten Urteil zu kommen, vorliegen haben.“ Er habe sich bei der Sache nie richtig wohlgefühlt.

Laut Staatsanwaltschaft reicht der Strafrahmen im Falle einer Verurteilung von einer Geldstrafe bis zu fünf Jahren Haft. Bei einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten könnte ihm auch die Fähigkeit aberkannt werden, öffentliche Ämter zu bekleiden. Verhandelt wird der Fall am kommenden Dienstag vor dem Amtsgericht Dieburg. mit dpa

Zum Weiterlesen:

Amtsgericht Dieburg: Bürgermeister von Verdacht des Geheimnisverrats freigesprochen

Mordfall in Babenhausen: Doppel-Mord soll neu aufgerollt werden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare