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Auf Kuschelkurs mit einem Tapir in Darmstadt

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Zusammen mit Tierpflegerin Judith Elpers können im Vivarium auch Tapire gepflegt und gefüttert werden.
Zusammen mit Tierpflegerin Judith Elpers können im Vivarium auch Tapire gepflegt und gefüttert werden. © Renate Hoyer

Der Darmstädter Zoo Vivarium lädt zur halbtägigen Erfahrung „Einmal Tierpfleger sein“. Wildtiere können dabei hautnah erlebt werden. Von May-Britt Winkler.

Während sich so mancher morgens qualvoll aus dem Bett schleppt, die Arbeit verflucht und mit hängenden Schultern verdrossen ins Büro zieht, steht Judith Elpers voller Tatendrang auf. Sie freut sich auf ihre Arbeit als Tierpflegerin im Darmstädter Vivarium: „Der Kontakt mit den Tieren berührt mich unheimlich. Und dabei ist es egal, um welches Tier es sich handelt.“

Dieses Glücksgefühl kann nun jeder erfahren – zumindest für einen halben Tag: bei dem Vivariums-Projekt „Einmal Tierpfleger sein“. Wer über 18 Jahre alt ist und mal wissen möchte, wie es sich anfühlt, einen Nasenbären zu füttern, ein Totenkopfäffchen zu bespaßen oder einem Zebra nahe zu sein, der kann das buchen.

„Besonders begehrt sind unsere Flachlandtapire. Dafür kommen Liebhaber aus ganz Deutschland angereist“, erzählt Elpers. Und tatsächlich ist ein Besuch in deren Gehege ein unvergessliches Highlight. Die sanften, feuchten und neugierigen Rüssel von Tessa und Matteo zaubern Besucher:innen ganz automatisch ein breites Lächeln ins Gesicht. Die gut ein Meter großen und mindestens 300 Kilogramm schweren Tiere sehen aus wie eine Mischung aus Schwein und Elefant und würden am liebsten den ganzen Tag kuscheln. „Wenn Tapire wählen könnten, sie würden Schoßhündchen werden“, mutmaßt Judith Elpers und krault dem genussvoll auf dem Rücken liegenden Matteo den Bauch.

Das Projekt

Das Projekt „Einmal Tierpfleger sein“ richtet sich an Erwachsene, dauert vier Stunden und kostet 175 Euro.

Eine Stunde bei einem Lieblingstier können auch schon Kinder ab sechs Jahren erleben. Kosten: 50 Euro.

Informationen gibt es telefonisch unter 0 61 51/13 46 900 oder auf www.zoo-vivarium.de.

„Wir betreuen hier zwar Wildtiere, aber gerade bei denen, wo klar ist, dass sie nicht ausgewildert werden, ist es wichtig, dass ein Kontakt besteht, dass man ihnen nahekommen kann“, sagt Elpers. Es habe einen großen Vorteil, „wenn sie es gewöhnt sind, auch mal angefasst zu werden“. Je mehr Vertrauen und weniger Angst die Tiere vor dem Menschen haben, umso unkomplizierter und angstfreier könnten sie von Tierärzt:innen oder den Pfleger:innen behandelt werden und umso größer sei ihr allgemeines Wohlbefinden. In Sicherheit und unter Freund:innen lebt es sich für alle Erdbewohner:innen besser.

Natürlich muss das Wohl der Tiere und die Sicherheit der Besucher:innen bei dem Tierpflegerprojekt immer gewährleistet sein. Derzeit grassieren Vogelgrippeviren, und so sind Besuche bei den Vögeln tabu. Auch bei den Affen gibt es Einschränkungen, denn ein vom Menschen übertragenes Coronavirus könnte für sie gefährlich werden. Doch es bleiben ja noch die Zebras, die Säbelantilopen, die Riesenschildkröten und die Kängurus.

Selbst ein Reptil steht zur Auswahl: Python Theo. Ob er beim Besuch auf seinen Namen reagiert, ist fraglich, aber er darf gemessen, gewogen und gestreichelt werden. Sogar schon von Kindern ab sechs Jahren bei der Aktion „Besuch beim Lieblingstier“.

Tierpflegerin Elpers versucht, auch ungewöhnliche Wünsche wahr werden zu lassen. Ein Harry-Potter-Fan darf also auch mal eine Schneeeule mit einer toten Ratte füttern oder einem Emu ein interaktives Spielzeug bauen. „Mir ist vor allem wichtig, ein Gefühl für diese Lebewesen zu vermitteln. Sie sind alle wunderschön auf ihre ganz spezielle Weise“, sagt Elpers und hofft, dass dieses hautnahe Erleben ein Bewusstsein dafür schafft, wie reich unsere Welt an Arten und Wundern ist.

Solche Streicheleinheiten sind einfach „tierisch gut“.
Solche Streicheleinheiten sind einfach „tierisch gut“. © Renate Hoyer

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