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Blick auf Neunkirchen aus Richung Modauquelle kommend.
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Blick auf Neunkirchen aus Richung Modauquelle kommend.

Odenwald

Auf den Spuren des Wassers: Neuer Themenpfad im Geo-Naturpark

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
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Neuer Themenpfad im Geo-Naturpark führt zu den Ursprüngen von vier Flüssen, die in Main und Rhein münden. Der Quellenweg führt über fast neun Kilometer rund um die Neunkirchner Höh. Eine Station ist eine alte Heilquelle.

Der Sage nach soll eine Einsiedlerin, die sich im damaligen Urwald um 300 nach Christus niedergelasen hatte, die Heilkraft der Quelle entdeckt haben. Als sich dies rumsprach, sollen viele Menschen gekommen sein, unter ihnen auch zwei Ärzte aus Syrien – Cosmas und Damian.

Noch heute sprudelt in Neunkirchen, dem zweitkleinsten Ort der Gemeinde Modautal im Landkreis Darmstadt-Dieburg, das heilende Wasser aus einem Quelltopf, der vor dem Feuerwehrgerätehaus steht. Er wurde erst 1997 bei Bauarbeiten freigelegt und restauriert. Die eigentliche Quelle entspringt im heutigen Pfarrgarten der Neunkircher Wallfahrtskirche St. Cosmas und Damian und wird unterirdisch dorthin umgeleitet.

Quellen sind das Thema des neuen Kulturwegs im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, der rund um die Neunkirchner Höh führt. Die Heilquelle ist dabei nur ein Anlaufpunkt. Denn auf der mit 605 Metern höchsten Erhebung des hessischen Odenwaldes entspringen außerdem gleich vier Bäche: Lauter und Modau, die in den Rhein fließen sowie Fischbach und Gersprenz, die dem Main zufließen.

Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald

Planetenwege, zeitgeschichtliche Pfade, Weinwanderwege oder Lehrpfade zu Steinen, Schluchten und Sagen: Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald erstreckt sich auf 3800 Quadratkilometern zwischen Rhein, Main und Neckar. Mehr als einhundert Kommunen sind darin zusammengeschlossen. Die nördlichste ist Darmstadt, die südlichste Heidelberg, im Osten reicht der Geopark bis Miltenberg, im Westen bis Lorsch. Das Gebiet erstreckt sich über mehrere Landkreise und die drei Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg und Bayern.
Insgesamt werden mehr als 5000 Kilometer Wanderwege betreut. Zahlreiche Veranstaltungen in Kooperation mit Kommunen und Vor-Ort-Teams angeboten sowie alljährlich das Geotop des Jahres ausgezeichnet.
Der Naturpark Bergstraße-Odenwald wurde als einer der ersten Naturparke in Deutschland 1960 gegründet. Aufgrund des bedeutenden geologischen Erbes wurde der Naturpark 2002 zum Nationalen und Europäischen Geopark ernannt. 2004 erfolgte die Auszeichnung als Globaler Geopark und somit die Mitgliedschaft im Weltnetz der Geoparke. Der Geopark wurde 2015 in das International Geoscience & Geoparks Programme der Unesco aufgenommen und trägt somit die Auszeichnung Unesco Global Geopark.
Organsiert ist er als eingetragender Verein, der sich über Mitgliedsbeiträge, Zuwendungen der Bundesländer sowie internationale Fördermitteln finanziert.
Für den Geopark arbeitet festangestellt ein 20-köpfiges Team aus Geologen, Biologen, Geografen, Forstleuten, Grafikern, Öffentlichkeitsleuten, Verwaltungsleuten, außerdem 25 freiberufliche Geoparkranger:innen und 250 meist ehrenamtliche Geopark-vor-Ort-Begleiterinnen und -begleiter, 160 ehrenamtliche Wegemarkierer:innen und mehr als 50 Mountainbikpaten und -patinnen. (cka)

Infos: www.geo-naturpark.de

Der neue Rundwanderweg führt an ihren Quellen vorbei bis nach Lützelbach zum Fischbachbrunnen. Es geht über knapp neun Kilometer durch malerische Wiesen und Wälder mit Aussichten bis nach Frankfurt und in den Taunus. Entlang des Wegs, gekennzeichnet mit einem blauen N2, befinden sich Info-Tafeln in unterschiedlichen Formaten.

Der Quellweg führt an der Heilquelle in Neunkirchen (Modautal) vorbei.

Die Idee des Quellenweges kam aus der Gemeinde Modautal, da rund um die Neunkircher Höhe viele Quellen entspringen. „Gemeinsam mit dem Geo-Naturpark wurde das Thema noch etwas erweitert zu einem Kulturweg“, sagt Larissa Winter-Horn, Sprecherin des Geo-Naturparks. Es handele sich nun um den ersten Kulturweg des Geo-Naturparks, in dem nicht nur über Geologie informiert wird, sondern auch über historische Meilerplätze, alte Grenzsteine und die zwei Türme Radarturm und Kaiserturm. (Claudia Kabel)

Anfahrt

Zum Quellenweg (N2) starten kann man am Parkplatz in Lützelbach oder am Parkplatz in Neunkirchen.

Die Odenwaldbahn fährt im Zweistundentakt vom Frankfurter Hauptbahnhof via Darmstadt-Nord, -Ost, TU-Lichtwiese, Mühltal/Nieder-Ramstadt und Ober-Ramstadt bis zum Bahnhof Reinheim. Von dort fährt der Bus MO2 (in Richtung Modautal-Brandau - Bussteig 11) bis nach Modautal-Lützelbach oder Modautal-Neunkirchen (Haltestelle: Heilquelle). Die Fahrt mit der Bahn und dem Bus von Frankfurt nach Neunkirchen dauert 76 Minuten.

www.rmv.de

Geister und Sagen: Auch ein neuer Themenpfad rund um die Ruine Rodenstein wurde eröffnet. Warum immer häufiger Themenpfade angelegt werden, erklärt die Geschäftsführerin des Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald Jutta Weber im Interview.

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