Darmstadt

Atelier auf Rädern

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Mobile Kunstwerkstatt für Kinder. Paar aus Eberstadt hat sich damit einen Traum erfüllt.

Michaela und Alfred Niedecken aus Eberstadt haben sich einen Traum erfüllt: ein mobiles Kunstatelier für Kinder aller Nationen in einem Wohnwagen. Ihr mit Hilfe einer Berufsschulklasse umgebautes Gefährt konnten sie jetzt in Empfang nehmen.

„Das mobile Malatelier bietet die Möglichkeit, Flüchtlingskinder in ihren Unterkünften und Wohngebieten aufzusuchen, so dass für sie nicht wieder ein neuer Ortswechsel notwendig ist, sondern ein Stück Ankommen gelebt werden kann“, sagt der Kunsttherapeut und Sozialpädagoge Alfred Niedecken.

In einem geschützten Raum sollen Kinder mit Hilfe therapeutisch begleiteten Malens ihre Erfahrungen von der Flucht verarbeiten und sich auf diese Weise ohne Worte äußern können. „Im geschützten Farbraum erfahren sie Stabilität und Struktur, bekommen Sicherheit und seelische Stärkung“, erklärt Alfred Niedecken.

Vorgaben gibt es dabei nicht: Die Kinder können ihrer Kreativität freien Lauf lassen, der Kunsttherapeut kann jedoch, wenn nötig, Anregung und Inspiration bieten.

Neben Flüchtlingsunterkünften wird der „Rollende Farbraum“ auch Kindertagesstätten und Kirchengemeinden ansteuern. Es liegen bereits viele Anfragen aus dem Raum Darmstadt vor.

Die Evangelische Kirchengemeinde Darmstadt-Eberstadt-Süd hat die Projektträgerschaft für den „Rollenden Farbraum“ übernommen. „Ein tolles und einzigartiges Projekt“, sagt Pfarrerin Mechthild Gunkel. „Die Möglichkeit, sich ohne Sprache in Farben und Formen auszudrücken, ist eine wunderbare Idee für geflüchtete Kinder.“

Vom ausgedienten Wohnwagen zum mobilen Atelier – diesen Wandel unterstützten fünf Schüler der Fachrichtung Holztechnik der Peter-Behrens-Berufsschule. „Es war interessant für uns, was man aus einem alten Wohnwagen noch alles machen kann“, sagt der 18-jährige Finn Altmann, einer der Schüler. laf

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