1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Artistik auf dem Bürgersteig

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Nur 60 Zentimeter bleiben neben der Haltestelle.
Nur 60 Zentimeter bleiben neben der Haltestelle. © Roman Grösser

Gefährliche Engpässe machen das Radeln in Arheilgen anstrengend / Initiative fordert Fahrradstraße

Das ist fast schon artistisch“, sagt Hartwig Richter von der Interessengemeinschaft Arheilger Bürger. Seine Bewunderung gilt einem Rennradfahrer, der flott die Frankfurter Landstraße Richtung Norden entlang fährt und eine kritische Stelle für Radfahrer an der Straßenbahnhaltestelle Fuchsstraße elegant meistert. Die Straße zwischen Bordstein und Straßenbahngleis ist hier nur knapp 60 Zentimeter breit. „Das ist eine sehr, sehr kritische Stelle für Radfahrer, ein richtiger Engpass“, sagt auch Jörg Urban von der Initiative Pro Rad Arheilgen.

Mehrere solcher Engpässe gibt es nach Ansicht der Initiative auch nach Abschluss der Bauarbeiten in der Frankfurter Landstraße. Daher haben sich Bürger im Frühling dieses Jahres zusammengefunden. Sie setzen sich für konkrete Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs in dem Darmstädter Vorort ein. Ziel ist eine Fahrradstraße parallel zur Frankfurter Landstraße.

Zwar sei der Südabschnitt zwischen den Haltestellen Im Fiedlersee und Fuchsstraße eigentlich gut gelöst, so Urban. Gefahrenpunkte aber seien nach wie vor die Straßenbahnhaltestellen. Dort können die Radfahrer wählen, ob sie auf dem Gehweg oder direkt vor der Haltestelle vorbeifahren. „Das birgt die Gefahr, dass es total knapp wird “, sagt Urban, der die Arbeitsgemeinschaft Radverkehrspolitik Stadt beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub leitet. Zahlreiche Unfälle hätten sich bei diesen Manövern schon ereignet. Nächstes Problem sei der erweiterte Zentrumsbereich zwischen Fuchsstraße und Messeler Straße. Dort gibt es gar keinen Schutzstreifen für Radfahrer mehr. Fährt man auf der Straße, muss man sich mit der Straßenbahn arrangieren, fährt man auf dem Gehweg, wird es für die Passanten gefährlich, sagt Stefan Nold von der Initiative Pro Rad. Dieser Weg sei für viele Radfahrer die einzige Route, um zügig von Süd nach Nord zu kommen. Kaum jemand fahre Schrittgeschwindigkeit.

All diese Problemzonen könnten mit einer Fahrradstraße gelöst werden. Sie soll parallel zur Frankfurter Landstraße auf einem 1,7 Kilometer langen Straßenzug zwischen Greinstraße – Vor der Schreiberpforte – Im Erlich bis zum Glockengartenweg verlaufen. Eine Fahrradstraße ist eine Straße nur für den Radverkehr, Fahrzeuge der Anwohner sind natürlich zugelassen. Alle Fahrzeuge dürfen aber maximal 30 Stundenkilometer und Radfahrer nebeneinander fahren, erklärt Nold.

„Die Straße Im Erlich eignet sich dafür ausgezeichnet“, sagt er. Sie könne mit relativ kleinem Aufwand schnell und preiswert umgestaltet werden, man brauche zunächst nur entsprechende Schilder. Viele Bürger hätten sich bei Befragungen und bei Versammlungen von Pro Rad schon für diese Lösung ausgesprochen, sagt Nold. „Sie sind natürlich auch gestresst von den jahrelangen Bauarbeiten in der Frankfurter Landstraße, die ihnen den kompletten Durchgangsverkehr beschert hat“, so die Erfahrung des Arheilgers.

Kommende Woche wird sich Pro Rad Arheilgen mit Vertretern der Parteien treffen. Danach soll es mit der Umsetzung der Fahrradstraße vorangehen, hoffen die Initiatoren. ( an)Neuigkeiten zum Projekt stehen im Netz auf www.prorad-arheilgen.de. Wer Interesse hat, mitzuarbeiten, findet dort auch die Termine für die nächsten Treffen.

Auch interessant

Kommentare