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Arbeit am Woog im Plan

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Volles Rohr: Zurzeit wird noch Schlamm abgesaugt, aber bis Mai soll am Woog alles gut sein.
Volles Rohr: Zurzeit wird noch Schlamm abgesaugt, aber bis Mai soll am Woog alles gut sein. © dpa

Zum Start der Badesaison soll der „Große Woog“ sauber sein. Die Entschlammung des Sees schreitet gut voran.

Wenn im Mai die Badesaison beginnt, dürfte der „Große Woog“ wieder blitzblank sein. Zumindest unter der Wasseroberfläche. Denn die Entschlammung, bei der rund 7600 Tonnen Schlick – also etwa 300 Lastwagen-Ladungen – aus dem Becken des fast vollständig geleerten Sees geholt werden, geht gut voran. Das sagt jedenfalls Projekt-Leiter Stefan Brück von der Firma Kurstjens aus Rheinland-Pfalz. Auch die Frage, ob der Frost Probleme machen könnte, beantwortet er gelassen: „Wir sind gut im Plan. Und es gibt zeitliche Reserven.“

Den „Großen Woog“ nutzen rund 120 000 Besucher im Jahr. Der Name stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet in dieser Gegend laut Stadtarchiv Darmstadt so viel wie „stehendes Gewässer“. Was ja nicht ganz stimmt, da der Darmbach den Woog beständig speist. Richtig ist: Der Woog ist relativ flach. Die mittlere Tiefe wurde im Jahr 2010 gemessen und lag bei knapp zwei Metern. Auch nach der Entschlammung dürfte sich das nicht viel ändern. Die tiefste Stelle ist am Sprungturm: 4,50 Meter.

Das letzte große Reinemachen ist eine Weile her. „Das letzte Mal war 1963“, sagt der Leiter der Darmstädter Bäder, Torsten Rasch. Für das Projekt seien insgesamt 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Der Schlamm kommt etwa 40 Kilometer entfernt in Flörsheim am Main auf die Deponie.

Der Woog wird zwar nicht tiefer, fasst aber mehr Wasser. Und: „Je größer die Wassermenge ist, desto ‚stabiler‘ ist auch ein See“, erklärt Michael Häckl vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie. Mit der Entschlammung wird den Algen, die so manchen See umkippen lassen, der Nährboden entzogen; das Wasser wird klarer.

Derzeit zieht noch ein kleines grünes Boot seine Runden. Dieser Schneidkopfsaugbagger ist gewissermaßen das Herzstück des Projektes. Der Woog mit einer Wasserfläche von fast 60 000 Quadratmetern ist eingeteilt in 19 Felder, abgesaugt wird eines nach dem anderen. Der Bagger nimmt Schlamm, Wasser und Sand auf, das Gemisch wird zu einer Zentrifuge gepumpt, Schlamm und Sand bleiben zurück, das Wasser fließt zurück in den See.

Wird ein See leergepumpt, tauchen auch Gegenstände auf, die dort nicht hingehören: Fahrräder, Waschmaschinen, manchmal ein Auto. „Es ist aber meist weniger drin als vermutet“, sagt Projekt-Leiter Brück, während er die mobile Zentrifuge erklärt. Der jüngste Fund indes scheint zu belegen, dass die Arbeiten am Woog unter einem guten Stern stehen: „Wir haben heute Morgen einen alten Pfennig gefunden.“ (dpa/boh)

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