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Anzahl der Radfahrer wird flächendeckend erfasst

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Von: Annette Schlegl

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Unter den rautenähnlichen Linien im Asphalt liegen die Induktionsschleifen, die die Radfahrer registrieren.
Unter den rautenähnlichen Linien im Asphalt liegen die Induktionsschleifen, die die Radfahrer registrieren. © Renate Hoyer

Hessens erste Dauerzählstelle für Radfahrer ist in Erzhausen am Radschnellweg in Betrieb genommen worden. 269 weitere sollen noch in diesem Jahr folgen.

In Hessen beginnt die flächendeckende Erfassung des Radverkehrs. Am Freitagvormittag wurde am Ortsrand von Erzhausen, am fertiggestellten Teilabschnitt des Radschnellwegs von Darmstadt nach Frankfurt, die erste automatische Dauerzählstelle in Betrieb genommen. Hessens Wirtschaftsstaatssekretär Jens Deutschendorf (Grüne) und Heiko Durth, Präsident der Landesstraßenbaubehörde Hessen Mobil, waren bei der Premiere hart an der Grenze zwischen den Landkreisen Offenbach und Darmstadt-Dieburg vor Ort. 269 weitere Zählstellen sollen bis Ende des Jahres an Straßen und Radwegen in Stadt und Natur in ganz Hessen folgen. So will das Land Daten für den weiteren Ausbau des Radwegenetzes sammeln.

Außer einem Deckel im Erdreich neben dem Radschnellweg ist hinter dem Bahnhof von Erzhausen nichts zu sehen. Wer genau hinsieht, entdeckt vielleicht rautenförmige Linien im Asphalt. Darunter liegen drei Doppel-Induktionsschleifen mit je acht thermogeschützten Kabeln, die auf Metall reagieren und an einen Sensor angeklemmt sind. „Sie detektieren die Laufräder am Fahrrad, die zu 99 Prozent aus Metall bestehen“, sagt Peter Unterberg, Deutschlandchef des Unternehmens Eco Counter, das die Zählstelle installiert hat. „Immer wenn zwei Laufräder über die Schleifen fahren, zählt das System“, sagt er. Es könne auch erfassen, in welche Richtung die Radfahrer unterwegs sind. Sogar Carbonräder seien kein Problem. Roller und E-Roller würden aber nicht gezählt; das System könne diese von Fahrrädern durch die lange Metallplatte zwischen den Rädern unterscheiden. Unterberg spricht von einer Zählgenauigkeit von 95 Prozent.

Unter dem Deckel im Erdreich befindet sich eine Batterie, die nach gut einem Jahr ausgewechselt werden muss. Sie sorgt dafür, dass die Daten mittels Mobilfunk an einen zentralen Server übermittelt werden können. Die Daten werden in 15-Minuten-Abschnitten für 24 Stunden gespeichert, dann kommen sie in die Datenbank und stehen auf der Internetseite raddaten-hessen.de öffentlich bereit. „Am nächsten Tag kann sich jeder anschauen, wie viele Radfahrer dort unterwegs waren“, erklärte Unterberg.

3,6 Millionen Euro aus dem Klimaschutzplan Hessen 2025 nimmt das Land für die 270 Dauerzählstellen in die Hand. „Wir haben uns genau überlegt, wo wir sie platzieren“, sagte Deutschendorf. Die Daten würden es möglich machen, die 85 Millionen Euro, die in diesem Jahr für Investitionen in die Radwegestruktur bereitgestellt sind, so effizient wie möglich einzusetzen.

In Frankfurt sollen Zählstellen an der Untermainbrücke, am Museumsufer, an der Alten Opfer, an der Friedberger Landstraße in Höhe Rohrbachstraße und außerorts in Höhe der Hofhausstraße, sowie im Stadtwald auf Höhe Bahnhof Frankfurt-Louisa, installiert werden.

Die Batterie, die für die Datenübermittlung an den Server sorgt, verschwindet in einem Loch mit einem Deckel.
Die Batterie, die für die Datenübermittlung an den Server sorgt, verschwindet in einem Loch mit einem Deckel. © Renate Hoyer
Zum Schutz der Induktionsschleifen wurden die Schlitze im Asphalt des Radschnellwegs am Donnerstag noch mit Heißbitumen übergossen.
Zum Schutz der Induktionsschleifen wurden die Schlitze im Asphalt des Radschnellwegs am Donnerstag noch mit Heißbitumen übergossen. © Renate Hoyer

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