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Ansprechpartner beim Radverkehr

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Von: Claudia Kabel

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Der Mannheimer Peter Roßteutscher erkundet sein neues Arbeitsumfeld.
Der Mannheimer Peter Roßteutscher erkundet sein neues Arbeitsumfeld. © Renate Hoyer

Peter Roßteutscher ist Radverkehrsbeauftragter der Stadt Darmstadt. Er soll dabei helfen, dass mehr Darmstädter aufs Rad umsteigen. Bis zu 30 Rad-Projekte sind in Planung.

Jeder vierte Darmstädter ist rein statistisch mit dem Fahrrad unterwegs – gleichzeitig ist die Wissenschaftsstadt eine Stadt mit extrem hoher Verkehrsdichte. Kein Wunder, dass Fragen wie und wo Radwege verlaufen sollten, wie diese sicher gestaltet werden können und ob es mehr von ihnen geben sollte, gerne heiß diskutiert werden. Erst vor zwei Wochen sorgte die testweise Verlegung eines Radwegs an der Rheinstraße für harsche Kritik des Radclubs ADFC und des Verkehrsclubs Deutschland. Schließlich änderte die Stadt ihren Versuch ab. Genau zu dieser Zeit hat der erste Radverkehrsbeauftragte der Stadt seine Stelle angetreten.

Am Mittwoch stellte Verkehrsdezernentin Barbara Boczek (Grüne) den neuen Mitarbeiter ihres Dezernats offiziell vor: Peter Roßteutscher soll sich künftig als Leiter des neu geschaffenen Sachgebiets Radmobilität mit einem Team von drei Mitarbeitern um das Thema Förderung und Ausbau des Radverkehrs kümmern. 

Ansprechpartner für Verbände und Bürgerschaft

„Um das Thema dauerhaft zu stärken, bedarf es eines ständigen Ansprechpartners für die Verwaltung, die Fachverbände und natürlich die Bürgerschaft“, sagte die Dezernentin. Er soll nicht nur Koordinator, sondern auch Impulsgeber sein und zur Erhöhung des Radverkehrsanteils beitragen. Die Idee, eine solche Stelle einzurichten, habe sie bereits zwei Monate nach ihrem Amtsantritt im März 2017 gehabt, sagte Boczek. 

Für Peter Roßteutscher ist das Thema kein neues: Bereits in Mannheim, wo er mit seiner Familie lebt, war der 47-Jährige an der Schnittstelle zwischen Politik, Verwaltung, Verbänden und Öffentlichkeit für die Planung und Förderung der Radkultur zuständig. Zudem war der studierte Sport- und Sozialwissenschaftler in den vergangenen vier Jahren Projektleiter des Radjubiläums „200 Jahre Fahrrad“, wie die Stadt mitteilte. Derzeit sei er dabei, Darmstadt kennenzulernen – selbstverständlich erkundet er die Stadt mit dem Rad.

Als Außenstehender komme er „neutral“ in die Stadt. Positiv aufgefallen sei ihm, dass es hier nicht nur eine aktive Diskussionskultur zum Thema gebe, sondern auch extrem viele Lastenfahrräder, die wiederum andere Anforderungen an Radwege stellten. „Wir müssen über den Status quo verhandeln. Der Verkehrsraum muss neu aufgeteilt werden“, sagte Roßteutscher.

Darmstadt habe wie viele deutsche Großstädte, das Problem, dass es keine klassische Radstadt sei; Radwege auf großen Straßen seien nicht vorhanden oder zu klein. Die besondere Herausforderung sieht der neue Mann darin, dass man „wahrscheinlich um jedes Projekt kämpfen“ müsse, da die Radfahrerszene sehr heterogen sei. Er kündigte an, sich zunächst mit den verschiedenen Radverbänden zu Gesprächen zu treffen. Auch die Gründung eines neuen Runden Tisches strebe er an.

Derzeit befänden sich 20 bis 30 Radprojekte in der Planung, sagte der Leiter des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes, Steffen Landsiedel. Diese müssten neu geordnet, gewichtet und priorisiert werden. „Abstrakte Planung ist notwendig, bevor Striche auf die Fahrbahn gemalt werden.“

Organisatorisch dürfe Roßteutscher als Abteilungsleiter kleinere Entscheidungen selbst treffen, größere müssten dem Magistrat beziehungsweise der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden, erläuterte die Dezernentin. „Wir sind lange nicht am Ende“, sagte sie. Vielen sei es zu wenig oder gehe es nicht schnell genug, doch man müsse die Belange aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigen.

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