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Angeklagter muss in die Psychiatrie

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Mann verletzt Bruder mit dem Messer.

„Sie sind ein kranker Mensch, und das wissen Sie auch“, sagte der Vorsitzende Richter Volker Wagner am Dienstag zu dem Beschuldigten. Nach Überzeugung der Kammer hatte der Mann im vergangenen Juli seinen 45 Jahre alten Bruder in der gemeinsamen Griesheimer Wohnung mit einem Küchenmesser angegriffen und an der Schläfe geschnitten. Das Landgericht Darmstadt hat deshalb angeordnet, den 42 Jahre alten Griesheimer wegen gefährlicher Körperverletzung in einer Klinik für Psychiatrie unterzubringen.

Gutachten bestätigt Psychose

„Dass sie dafür nichts können, ist klar“, sagte der Richter. Der psychiatrische Gutachter Rüdiger Müller-Isberner hatte beim Beschuldigten eine akute Psychose zum Tatzeitpunkt diagnostiziert. Der Mann fühle sich von Gott gelenkt, hatte der Sachverständige geschildert. Zudem zeige ein Blick in die Krankengeschichte, dass der Mann seit 1996 regelmäßig wegen chronischer Schizophrenie behandelt werde.

Auch die Vorgeschichte des Beschuldigten mache deutlich, dass eine Unterbringung notwendig sei, sagte Volker Wagner und erinnere an frühere Angriffe auf die Ehefrau oder einen Fahrscheinkontrolleur. Die Anklage wegen versuchtem Mord war fallengelassen worden, weil weder Tötungsvorsatz noch Heimtücke gesehen wurden.

Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. „Der Geschädigte selbst leidet an einer Schizophrenie“, hatte sie daran erinnert, dass beide Brüder eine Psychose haben, was auch die Aussage des Geschädigten beeinträchtige.

Volker Wagner erklärte, warum das Gericht dem Geschädigten glaube, der den Bruder als Angreifer benannt hatte. „Unstreitig ist die Affinität des Beschuldigten zu Messern, wenn die Schizophrenie zum Ausdruck kommt“, wies Wagner auf Vorstrafen hin. „Am Messergriff fand sich ausschließlich DNA-Abrieb des Beschuldigten“, nannte er ein weiteres Indiz. (mawi)

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