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Amokdrohung an Gymnasium

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Ein anonymer Anruf versetzt Schüler und Eltern an Georg-Büchner-Schule in Panik. Am Donnerstag kamen nur 30 von 1000 Kindern zum Unterricht.

Ein anonymer Anruf aus einer Telefonzelle am Mittwochabend bei der Polizei hat am Donnerstag zum Unterrichtsausfall an der Darmstädter Georg-Büchner-Schule geführt. Laut Polizei habe ein Mann am Telefon gesagt, es sei ein Amoklauf geplant.

Über Twitter und andere Internetdienste seien Schüler und Eltern sofort in helle Aufregung versetzt worden. Anfangs machten Gerüchte die Runde, der Anruf beziehe sich auf die Gutenbergschule.

Noch am Abend seien Schüler der Georg-Büchner-Schule und ihre Eltern über die aktuelle Lage informiert worden. Die große Mehrheit der Eltern behielt ihre Kinder zuhause, obwohl das Gymnasium nicht offiziell geschlossen war. Offenbar hatten Lehrer unabhängig von der Schulleitung den Eltern geraten, ihre Kinder nicht in den Unterricht zu schicken. Von den rund tausend Schülern seien nur 30 am Morgen erschienen, sagt Polizeisprecher Ferdinand Derigs.

Für die Polizei seien solche Bedrohungssituationen schwierig, sagt der Polizeisprecher: „Wir können nicht sagen, das ist Blödsinn, sondern müssen mit der notwendigen Ernsthaftigkeit prüfen, ob an der Sache etwas dran ist.“

Sollte der Unbekannte ermittelt werden, muss er mit einer Strafanzeige wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat rechnen, außerdem kommen die Kosten für den Polizeieinsatz auf ihn zu.

„Wir sind erstmal aufgeschreckt, als wir gestern die Mitteilung bekommen haben“, sagt ein Vater. „Wir haben beide Kinder zuhause gelassen – wir wollten kein Risiko eingehen wegen des einen Schultags.“ Eine Mutter sagt, sie sei „sehr erschrocken“ über die Nachricht gewesen. „Sonst erlebt man das extern“, sagt sie, „wenn die eigenen Kinder betroffen sind, ist das etwas anderes.“ Auch sie behielt ihre Kinder am Donnerstag zuhause. Am Freitag will sie sie wieder zum Unterricht schicken. „Aber es bleibt ein ungutes Gefühl zurück“, räumt sie ein.

Die Schulleitung gab am Abend eine Erklärung ab, wonach „zu keinem Zeitpunkt eine tatsächliche Gefahr bestand“. Deswegen werde am Freitag planmäßig Unterricht abgehalten.( rwb)

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