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Alternative zum Remmidemmi

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Heinerfestbesucher können ab Donnerstag im Garten des Bads entspannen.
Heinerfestbesucher können ab Donnerstag im Garten des Bads entspannen. © Guido Schiek

In der Heinerfestwoche wird das Jugendstilbad wieder hergerichtet. Eine Neuerung gibt es an den Festtagen im Außenbereich: Dort wird erstmals der „Heinerpark“ eingerichtet, eine mit Liegestühlen bestückte Rasenfläche mit Bar und Relax-Musik nach Art eines Beach-Clubs.

Das Außenbecken läuft gerade leer, während die Sonne höher steigt und die Temperaturen sich am Dienstagvormittag der 30-Grad-Marke nähern. „Hier werden wir uns besonders beeilen“, kündigt Simon Nothhelfer an. „Das Becken wird nach der Reinigung sofort wieder gefüllt, damit die Sonne keinen Schaden anrichtet.“ Die Trennschicht zwischen den blauen Fliesen und der eigentlichen Betonwanne könnte sich sonst zu stark erhitzen.

Anderswo im Jugendstilbad ist der Zeitdruck nicht ganz so hoch, wenn in dieser Woche allerorten Wartungs- und Reparaturarbeiten ausgeführt werden. Notfalls wäre das auch in drei bis vier Tagen zu erledigen gewesen, erklärt der Betriebsleiter des 1909 erbauten, 2008 nach aufwendiger Restaurierung wiedereröffneten Badehauses. Aber schon während des Aufbaus der Heinerfest-Buden, und erst recht während der Festtage, ist das historische Gebäude ohnehin kaum zugänglich.

Hinzu kommt in diesem Jahr die aktuelle Hitzephase, die passionierte Schwimmer und Plantscher eher in die Freibäder lockt. Also kann man sich Zeit nehmen für Sorgfalt und Gründlichkeit.

Wärme, Feuchtigkeit von 13 Becken, eine Viertelmillion Besucher pro Jahr – da bleibt es nicht aus, dass übers Jahr Renovierungsbedarf entsteht. Zumal dieses besondere Bad nicht nach modernen Effizienzkriterien errichtet und gestaltet wurde. Flächendeckende Verfliesung: Fehlanzeige. Wandfarbe verliert ihre Brillanz, an Holzvertäfelungen blättert Lack. Alles ganz normal und vorhersehbar; die jährliche Revision sorgt dafür, dass kein ernsthaft verwahrloster Eindruck entsteht.

Im Sole- oder Meditationsbecken beispielsweise schimmern frisch gestrichene Wände und Decke wieder in einem kräftigen Ultramarin. Dort muss noch der Beckenboden entkalkt und gereinigt werden – in mehreren, wechselnden Arbeitsgängen mit Säuren und Laugen, wie Nothhelfer erläutert.

Hartes Wasser führt zu Kalkablagerungen

Auch in den Duschen zeigen sich Kalkablagerungen am Boden. „Das liegt an dem harten Wasser hier in Darmstadt“, seufzt der Betriebsleiter. Die Chemikalien wiederum greifen auch die Verfugungen der Bodenfliesen an, die bei der Gelegenheit erneuert werden.

„Im Prinzip aber sehen die Becken in diesem Jahr noch sehr gut aus“, erklärt Nothhelfer. Auch bei der Lüftungsanlage oder dem Lautsprechersystem habe es keine unwillkommenen Überraschungen gegeben. „Wir sind ganz froh, liegen derzeit auch vor dem Zeitplan.“ An vielen Stellen sind die abgehängten Decken geöffnet, um Teile der Lüftungsanlage planmäßig zu erneuern.

Eine veränderte Optik werden aufmerksame Stammgäste im Eingangsbereich bemerken. Die verblassten Seitenwände werden dort nicht einfach beigefarben übertüncht, sondern anschließend in Handarbeit mit grauer Farbe gesprenkelt – originalgetreu, wie Nothhelfer versichert. „So wird alles kontrastreicher – und der Eindruck verstärkt, dass es sich um ein historisches Gebäude handelt.“

Eine Neuerung gibt es an den Festtagen im Außenbereich: Dort wird erstmals der „Heinerpark“ eingerichtet, eine mit Liegestühlen bestückte Rasenfläche mit Bar und leiser Relax-Musik nach Art eines Beach-Clubs. Stadtmauer-Aussicht inklusive, Eintritt frei. „Ein Ort zum Entspannen“, verspricht Badleiter Nothhelfer, „als Alternativprogramm zum Remmidemmi.“ (bad)

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