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Alles voller Akten

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Sogar auf den Schränken stapeln sich die Ordner.
Sogar auf den Schränken stapeln sich die Ordner. © Claus Völker

Das Dritte Revier in Arheilgen braucht mehr Platz. Ein geplanter Neubau an der B 3 könnte Abhilfe schaffen.

Im Flur und auf dem Treppenabsatz zum ersten Stock reihen sich Schränke und Regale aneinander. Im Geschäftszimmer stehen die Akten auf den Schränken. Im Sozialraum quetschen sich sechs Stühle um den Tisch. In der Umkleide im ersten Stock bilden die Schränke eine Art Labyrinth. Und aus dem Keller mussten Akten ins Präsidium ausgelagert werden, weil sie schimmelten. Das ist Alltag im Dritten Revier an der Messeler Straße in Arheilgen. Höchste Zeit für einen Umzug, finden Polizeidirektor Helmut Biegi, Revierleiter Peter Wolfenstädter und sein Stellvertreter Lothar Helm. "Es muss was passieren", bringt es Wolfenstädter auf den Punkt.

Immerhin gibt es geistlichen Beistand: Der Heilige Kilian, Schutzpatron der Franken und auch im Arheilger Wappen zu finden, wurde über die Tür zum Geschäftszimmer gepinselt. Wahrscheinlich so um 1840 rum, da wurde das Gebäude nämlich gebaut. Rund 25 Mitarbeiter müssen sich täglich das spärliche Platzangebot und die heruntergekommenen Räume teilen.

Ursprünglich wollte die Polizei gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Arheilgen bauen. Deren Gerätehaus stammt aus den 70er Jahren, wurde nie modernisiert und bröckelt vor sich hin. Ein mögliches Grundstück - Eigentümerin ist die Stadt - wurde am Ortsausgang gegenüber der künftigen Endhaltestelle der Straßenbahn gefunden. "Aber das war durch die Stadt nicht umsetzbar", berichtet Biegi, "die sind aus Haushaltsgründen nicht in die engere Planungen eingestiegen."

Die Begründung der Stadt hingegen klingt anders: "Ein gemeinsamer Standort mit der Freiwilligen Feuerwehr war leider nicht realisierbar, da Feuerwehr und Polizei unterschiedliche Sicherheitsanforderungen haben und daher geplante Synergien nicht umgesetzt werden konnten."

Nächstes Jahr geht es los

Eine dritte - inoffizielle - Version lautet, dass die von der Stadt veranschlagte Miete für das von ihr zu erstellende neue Gebäude für die Polizei einfach zu hoch gewesen sei. Wobei die Stadt keinerlei Zahlen nennt.

Inzwischen verhandelt die Polizei mit einem privaten Investor über die Bebauung eines Grundstücks an der B 3/Ecke Weiterstädter Straße. "Die Planvorlage besteht", sagt Polizeidirektor Biegi, "aktuell werden die Kosten erhoben, dann entscheidet das Innenministerium." Wolfenstädter lobt die gute Anbindung des Standorts ins Haupteinsatzgebiet Weiterstadt.

Polizeidirektor Helmut Biegi ist zuversichtlich, dass mit dem Bau der neuen Polizeistation schon im nächsten Jahr begonnen werden kann. Vom neuen Gebäude verspricht sich Helm eine Steigerung der Arbeitszufriedenheit. "Und bessere Bedingungen für die Bürger", ergänzt Wolfenstädter. Derzeit könnten die Persönlichkeitsrechte nicht gewahrt werden, weil mangels Büros jeder alles mitkriege. (rwb)

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