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Alkohol für Jugendliche

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Nachdem ein 16-Jähriger bei einem Testkauf in einem Roßdörfer Supermarkt Wodka erwerben konnte, hat das Ordnungsamt den verkaufsoffenen Sonntag für den Discounter vorzeitig beendet. Die Bürgermeisterin erhebt schwere Vorwürfe gegen die Supermarkt-Kette.

Der verkaufsoffene Sonntag zum Roßdörfer Ortskernfest hat für die Netto-Märkte im Ort frühzeitig geendet. Nachdem bei einem Testkauf um kurz nach 13 Uhr ein 16-Jähriger im Getränkemarkt Wodka bekommen hatte, schloss Ordnungsamtsleiter Hubert Wamser Lebensmittel- und Getränkemarkt für den restlichen Tag. Viele Kunden, die von einer Rabattaktion am Sonntag profitieren wollten, standen in der Folge vor verschlossenen Türen.

Bürgermeisterin Christel Sprößler (SPD) war informiert und unterstützt Wamsers Reaktion. „Wir haben ein Präventionsprogramm aufgesetzt und versuchen, mit den Jugendpflegern etwas gegen Alkoholmissbrauch zu machen“, sagte sie. So sei im Vorfeld des Festes mit den Gewerbetreibenden gesprochen worden, an den Ständen lagen Flyer aus. „Wir haben aber ein Riesenproblem, weil die Jugendlichen schon betrunken aufs Ortskernfest kommen und rucksäckeweise ihren Kram dabei haben.“ Die Gemeinde habe im Internet herausgefunden, dass Netto seine Märkte gezielt bei Volksfesten öffne. Also sei dem Discounter mit dem Testkauf auf den Zahn gefühlt worden.

Vom Markt in Roßdorf war gestern keine Stellungnahme zu erhalten, die Pressestelle in der Unternehmenszentrale ist erst heute wieder besetzt. Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren muss Netto nicht befürchten, erklärte Sprößler gestern. „Wir haben lediglich die Genehmigung, am Sonntag zu öffnen, wieder zurückgezogen.“ Heute sind die Märkte wieder wie gewohnt geöffnet. ( bach)

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