Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Alfred Messel reloaded

Darmstadt Kunstministerin gibt Startschuss für die Sanierung des LandesmuseumsDas Landesmuseum ist nicht nur eines der ältesten Deutschlands, der Bau Alfred Messels wurde international von Architekten zum Vorbild genommen. Nun soll der Originalzustand wiederhergestellt werden.

Von Astrid Ludwig

Theo Jülich, der sonst eher distinguierte stellvertretende Direktor des Landesmuseums, ist am Freitag ganz aus dem Häuschen. "Auf diesen Tag haben wir uns lange gefreut", sagt er, kurz bevor das Bauschild enthüllt wird und Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) den Start der 64 Millionen Euro teuren Grundsanierung des Hauses verkündet. Mit großen Schritten eilt er durch ausgeräumte Museumsgänge und Hallen, deutet auf all die Veränderungen, die da kommen werden.

Licht und Weite

"Die Architektur Alfred Messels soll wieder zur Geltung kommen", sagt Jülich und gelangt in den Gipssaal mit seinen haushohen Decken, imposanten Säulen und riesigen Sprossenfenstern. Hier waren die mittelalterlichen Altarbilder ausgestellt, die Fenster jahrzehntelang verhangen. Aus dem dunklen, zugestellten Raum ist nun ein weiter, lichtdurchfluteter Saal geworden. So hat ihn Messel um 1897 geplant und so soll er ab 2012 wieder aussehen.

Vorbei sein werden die Zeiten, wo aus Platz- und Geldnot oder fehlendem Bewusstsein für das architektonische Juwel Fenster zugemauert, Wände übermalt und Raumproportionen zerstört wurden. "Wir spüren schon die Vorfreude auf das Wiedereinrichten", sagt Jülich. Bis dahin wird es noch drei Jahre dauern. Demnächst werden Arbeiter mit den Fassaden-, Dach- und Fenstersanierungen im Altbau beginnen, danach folgen Entkernungsarbeiten und im Frühjahr 2010 wird der Kargelbau, der Museumsanbau, abgerissen. 51,5 Millionen Euro kostet die Grundsanierung des Messelbaus und der Neubau des Erweiterungsgebäudes. Weitere 12,5 Millionen Euro wird die Ausstattung verbrauchen. Mitte 2012 soll das historische Haus wiedereröffnet werden, Ende 2012 der Neubau.

Zu lange habe man mit dem Sanierungsbeginn eines der "ältesten Museen Deutschlands gewartet", kritisierte die Ministerin. Das zwischen 1897 und 1906 unter Großherzog Ernst Ludwig errichtete Haus gehöre zum bedeutenden architektonischen Erbe Hessens. Messel habe sich beim Entwurf an venezianischen Kirchen orientiert. Sein Museumsbau sei der fortschrittlichste seiner Zeit gewesen und internationale Architekten hätten ihn zum Vorbild genommen. Das war gut so. Im Metropolitan Museum New York fanden sich historische Fotos des Landesmuseums, die die Planer nun verwenden, um die Original-Innenräume zu rekonstruieren.

Ein Jahr lang haben die Mitarbeiter das Universalmuseum ausgeräumt und über eine Million Objekte verpackt. Wenn die Exponate zurückkehren, dann werden sie 2012 in einem neuen inhaltlichen und räumlichen Konzept präsentiert werden. Über 7000 Quadratmeter mehr Platz verfügt der Anbau, mit dem das Hamburger Büro Kleffel, Papay, Warncke 2004 den Architektenwettbewerb gewann. Mehr Raum für Sonderausstellungen, Jugendstil und Gemäldesammlung wird der Neubau bieten. Aus der Versenkung will Jülich die berühmte Barockgalerie holen: "Das wird eine kunsthistorische Sensation."

Stärker als bisher will das Museum die römische Antike präsentieren. Räume für die Museumspädagogik, neue Medien, einen großen Museumsshop und ein Café werden durch den Umbau möglich. In den Innenhöfen wollen die Museumsmacher Filme zeigen, Lesungen anbieten, Theater spielen. Die Ideen sprühen schon.

Und wo wird Holbeins berühmte Madonna hängen? Aus dem Städel soll sie 2012 ins Landesmuseum zurückkehren. "Davon gehen wir aus", betonen Jülich und Ministerin ausdrücklich.

Das leere Museum, Friedensplatz 1, kann heute, 13 bis 17 Uhr, besichtigt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare