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Preisgünstige Kunst: Werke lokaler und überregionaler Künstler versteigert die Kunsthalle am Sonntag für einen guten Zweck.

Verein braucht 400.000 Euro

Kunsthalle versteigert Originale

220 Kunstwerke und 36 Objekte haben Mitglieder des Kunstvereins Darmstadt, Sammler und örtliche Künstler gespendet. Der Erlös der Auktion fließt in die Sanierung der Ausstellungshalle am Steubenplatz. Von Astrid Ludwig

Von ASTRID LUDWIG

Eine Zeichnung von Helmut Lortz, eine Tonplastik von Sigrid Siegele oder doch lieber ein Acrylgemälde von Ruth Wagner? Werke von lokalen und überregionalen Künstlern oder Politgrößen können Liebhaber von heute an bis Sonntag in der Kunsthalle kaufen und auch ersteigern. Rund 220 Kunstwerke und 36 ausgewählte Objekte haben Mitglieder des Kunstvereins Darmstadt, Sammler und örtliche Künstler für den guten Zweck gespendet. Der Erlös der Kunstmarkt-Aktion und Auktion soll in die Sanierung der betagten Ausstellungshalle am Steubenplatz fließen.

Von Radierungen mit antiken Motiven über Jugendstil-Glasarbeiten bis hin zu modernen Ölgemälden und abstrakten Skulpturen finden Interessierte jede Stilrichtung vor. "Wir haben alles querbeet. Von Piranesis Rom-Ansichten bis zu den politischen Zeichnungen von Alfred Hrdlicka", sagt Peter Joch, Leiter der Kunsthalle. Und das durchaus zu erschwinglichen Preisen.

30.000 Euro Erlös im letzten Jahr

Die ersten Besucher stöbern bereits am Donnerstag in den Sammlerstücken herum, betrachten Leinwände und in Seitenpapier eingeschlagene Zeichnungen. Ein Ehepaar ist gekommen, weil die beiden sich für Kunst interessieren und auch bewusst ihre Spende für einen guten Zweck geben wollen. "Wir haben schon im vergangenen Jahr auf diese Weise mitgeholfen, die neue Klimaanlage für die Kunsthalle zu finanzieren", erzählt der Mann.

Initiator der Versteigerung ist Hermann Kleinstück, Sammler und Ehrenvorsitzender des Kunstvereins. Bereits zum dritten Mal veranstaltet der Verein die Auktion in der Vorweihnachtszeit. Rund 30.000 Euro kamen so allein im vergangenen Jahr zusammen. Geld, das beispielweise in besagte neue Klimaanlage der Ausstellungshalle und neue Böden investiert wurde, berichtet Joch. Geld, das die Kultureinrichtung dringend gebrauchen kann, ist doch die Bausubstanz des in den 1960er Jahren errichteten Gebäudes mehr als marode.

Das Dach ist undicht und die riesigen Glasfenster an der Frontseite der Ausstellungshalle nur einfach verglast. Es ist laut und zugig. Im nächsten Jahr sollen sie durch neue Thermopenscheiben ersetzt werden. Allein das neue Glasdach wird an die 110.000 Euro kosten, sagt Joch. Insgesamt schätzt er den Sanierungsaufwand für das Haus auf rund 400.000 Euro.

Zwar übernimmt die Stadt diese Investition, "aber wir wollen unserern Beitrag leisten", sagt der Leiter. Daher hoffen Joch und Kleinstück auf einen ähnlich guten Erfolg der Aktion und einen hohen Verkaufserlös wie in den Vorjahren. Und nicht zuletzt ist auch die Stimmung spannend bei der Kunst-Auktion. Ein Auktionator preist am Sonntag die ausgewählten Objekte an. Rund hundert Besucher haben im vergangenen Jahr mitgeboten.

Kunstmarkt in der Kunsthalle am Steubenplatz, Vorbesichtigung und Verkauf bis Samstag, 6. Dezember, jeweils 11 bis 17 Uhr. Benefiz-Auktion am Sonntag, 11.30 bis 13 Uhr.

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