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An der Frankfurter Landstraße in Darmstadt-Arheilgen sollen auf einer neuen Aldi-Filiale elf Wohnungen entstehen.

Darmstadt

Aldi-Architekt präsentiert modifizierte Pläne für Arheilgen

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Der Discounter will Anfang 2021 mit dem Bau eines Geschäfts- und eines Wohnhauses in Darmstadt-Arheilgen beginnen. Bürger lehnen das Neubauvorhaben ab.

Der Discounter Aldi hat seine Pläne zum Bau eines Wohn- und eines Geschäftshauses im Darmstädter Stadtteil Arheilgen überarbeitet. Die modifizierten Pläne stellte Architekt Pitt Becker vom Büro „Plan B Architekten & Ingenieure“ aus Mainz-Kastel am Freitagnachmittag dem Darmstädter Gestaltungsbeirat vor. Aldi will in dem Stadtteil neben seinem bestehenden Standort am westlichen Ortsrand im Zentrum des Stadtteils an der Frankfurter Landstraße eine weitere Filiale eröffnen.

Es ist vorgesehen, über der Filiale elf Wohnungen in zwei weiteren Geschossen zu schaffen. An der Darmstädter Straße soll zudem ein weiteres Gebäude mit vier Wohnungen errichtet werden. Derzeit wird das 3600 Quadratmeter große Baugrundstück, das nach Angaben des Stadtplanungsamtes zu Jahresbeginn dem neuen Eigentümer Aldi übergeben wurde, als geschotterter Abstellplatz für Autos genutzt. Ein Spielplatz ist verwildert und aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht mehr öffentlich zugänglich.

Anstelle der bisher geplanten 49 Stellplätze werden in einer Tiefgarage entsprechend der neuen Stellplatzsatzung der Stadt nur noch 41 Plätze zur Verfügung stehen. Zudem soll es sowohl vor der Filiale als auch in der Tiefgarage genügend Stellplätze für Fahrräder geben. Der Architekt des Discounters hatte die Pläne bereits im Februar dem Gestaltungsbeirat vorgestellt. Die Anregungen des mit Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten besetzten Beirats hat Becker nun in seinem modifizierten Entwurf berücksichtigt.

Grundsätzlich ist der Beirat der Auffassung, dass der Entwurf „einen wichtigen Beitrag dafür leistet, um aufzuzeigen, wie ein Nahversorgungszentrum in einen historischen Ortskern integriert werden kann“. Um sich von einem denkmalgeschützten Ensemble an der Darmstädter Straße abzugrenzen, soll das neue Wohngebäude nun weiter versetzt und schmaler werden, erläuterte Architekt Becker. Zudem sei geplant, eine Freifläche zu schaffen, auf der ein größerer Baum gepflanzt werden soll.

Der Architekt ist auch der Anregung des Beirats gefolgt, die Einfahrt in die Tiefgarage auf die nördliche Seite des Gebäudes zu verlegen, um den Eingang des Marktes attraktiver zu gestalten. An der Einfahrt zur Tiefgarage soll das Gebäude zudem anderthalb Meter zurückspringen, damit es nicht mehr so wuchtig wirkt. Anstatt des bisher geplanten Flachdachs soll das Hauptgebäude nun ein Satteldach erhalten.

IGAB lehnt die Pläne ab

Nach der öffentlichen Sitzung des Gestaltungsbeirats zeigte sich Thorsten Pufe, der für die Entwicklung der Aldi-Filialen zuständig ist, zuversichtlich, dass mit dem Bau des neuen Marktes mit einer rund 1100 Quadratmeter großen Verkaufsfläche Anfang 2021 begonnen werden kann. Bislang sah die Planung des Discounters den Baubeginn fürs nächste Jahr vor. Die öffentliche Sitzung des Gestaltungsbeirats im Kongresszentrum Darmstadtium besuchten auch einige Dutzend Bürger aus Arheilgen, die dem Neubauprojekt kritisch gegenüber stehen. Insbesondere Mitglieder der vor mehr als 30 Jahren gegründeten Interessengemeinschaft Arheilger Bürger (IGAB) meldeten sich zu Wort. Eine Projektgruppe der IGAB hatte sogar den Gestaltungsbeirat abermals angeschrieben und aufgefordert, dem Projekt die Zustimmung zu verweigern.

Beiratsvorsitzende Christa Reicher machte jedoch gleich zu Beginn der Sitzung deutlich, dass das Gremium nicht beabsichtige, Veränderungen, wie sie durch den geplanten Bau der beiden Gebäude geplant seien, zu verhindern. Das Gremium sei dafür zuständig, „eine bessere städtebauliche und architektonische Qualität zu erreichen. Neues muss sich in den Bestand einfügen“, sagte Reicher. Sie lobte, dass Investor und Architekt die fachlichen Anregungen aufgenommen hätten und nun bei der Ausführungsplanung berücksichtigen wollten.

Die IGAB ist jedoch grundsätzlich der Auffassung, das Vorhaben sei „nicht erforderlich“, für einen Discounter bestehe im Arheilger Ortszentrum kein Bedarf. Aldi-Mitarbeiter Pufe ist jedoch anderer Auffassung. Nach seinen Worten soll auch der vorhandene Markt an der Schorlemmerstraße, der erst vor zwei Jahren modernisiert wurde, erhalten bleiben.

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